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Vorarbeit fürs Fotoshooting: Ornela Lema Nukwa wird von Andrea Zakel-Raschkad geschminkt.

Bad Soden

Ein Lächeln für die Ewigkeit

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Beim Help-Portrait-Tag werden viele junge Frauen, die an der Gesundheitsakademie ausgebildet werden, zum Top-Model gestylt und anschließend fotografiert.

Lächelnd, ein bisschen schöner, vor allem aber selbstbewusster verlassen die Mädchen und jungen Frauen die Hasselgrundhalle, die sie ein, zwei Stunden zuvor bescheiden für ein professionelles Fotoshooting betreten haben. Im Gepäck: den schönen Augenblick, festgehalten und gerahmt für die Ewigkeit.

„Wer bin ich? Ich habe mich erstmal nicht erkannt“, sagt Julia Neumann (21) aus Schwalbach positiv überrascht beim Blick in den großen Spiegel nach der ersten Station im improvisierten Kosmetik- und Frisier-Salon. So heißt das hier natürlich nicht, beim „Help Portrait Tag“ sind Hairstylisten und Makeup-Artists der Frankfurter Famous Face Academy im Einsatz. Alle arbeiten heute für Gotteslohn. Finden mit geschultem Auge die passende Schminke in der richtigen Farbe auf den vollbeladenen Tischen, greifen konzentriert zu Pinsel, Lippenstift und Creme, bringen mit Kamm, Bürste und Fön eine neue Ordnung auf die Köpfe ihrer Models.

Sie alle wollen und sollen kein Top-Model werden, das immer wieder in wechselnder Verkleidung geziert und verstellt lächeln oder nach Anweisung gucken muss. „Es ist schön, dass sie schön gemacht werden, noch schöner als sie es ohnehin sind“, sagt Tanja Männel schlicht. Sie und ihr Mann Wolfgang haben den Help-Portrait-Tag in Bad Soden organisiert. „Es macht Freude, anderen eine Freude zu machen.“ Im Ort sind die Fotografen bekannt als die Macher der Porträt-Serie „Bad Sodener Köpfe“, aus der 2015 ein schönes Buch mit „103 Persönlichkeiten“ geworden ist. Die Einnahmen aus dem Verkauf kamen der Musikschule zugute.

Perfekt in Szene gesetzt

Der Help-Portrait-Tag ist eine internationale Bewegung aus Fotografen, Hairstylisten und Makeup-Profis, die an vielen Orten gleichzeitig mit ihrem Können Menschen erfreuen wollen. In Bad Soden sind es vor allem junge Frauen, die an der Gesundheitsakademie ausgebildet werden, um täglich kranke und ältere Menschen zu pflegen. „Die Mädels geben so viel und verdienen so wenig“, sagt Fotografin Alexandra Wilfling. „Die schöne Dynamik“, die durch Freude geben und Freude annehmen entsteht, wie Wolfgang Männel es nennt, ist für beide Seiten bereichernd. Ein professionelles Shooting könnte sich kaum eine von ihnen leisten.

Julija Kozulovic (17) ist glücklich und zufrieden nach knapp eineinhalb Stunden mit Vorbereitung und Foto-Session im Studio. Ihr ernsthaftes Lächeln wird von Minute zu Minute, von Bild zu Bild natürlicher, die Kroatin mit den Engelslocken wird von Alexandra Wilfling perfekt in Szene gesetzt. Und dann vor die schwere Aufgabe gestellt, aus den 127 Fotos das eine ganz besondere für diesen Tag und die Ewigkeit auszusuchen. Die Auswahl fällt schwer. „Sie ist aber auch einfach schön“, sagt die Fotografin, der es gelungen ist, ihr das zu zeigen.

Ein paar kleine Korrekturen noch mit dem „Reparaturpinsel“ im Bildbearbeitungsprogramm, ein bisschen Spiel mit Licht und Schatten, dann kann Julija einen wunderbaren Augenblick als Geschenk mit nach Hause nehmen.

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