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Ein Bad Sodener Uraltbaum, hier die Rotbuche.
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Ein Bad Sodener Uraltbaum, hier die Rotbuche.

Bad Soden

Kunstwerke der Natur

  • VonJürgen Streicher
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Der alte Kurpark rund ums Badehaus in Bad Soden steht unter Denkmalschutz. Bei Baumführungen gibt es viel zu lernen.

Als das Paulinenschlösschen 1847 im Auftrag von Herzogin Pauline von Nassau im Kurpark erbaut wurde, waren die Altersriesen von heute wohl schon an Ort und Stelle. Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) etwa, oder Platanus acerifolia, die Ahornblättrige Platane, in der der Mäusebussard gerne in großer Höhe haust. Und natürlich die riesige Blutbuche mit ihrer mächtigen Krone, die ein wunderbares Dach bietet, wenn es mal plötzlich regnet wie am frühen Sonntagnachmittag. Allesamt Kunstwerke der Natur, alle drei haben so um die 180 bis 200 Jahre auf dem Buckel, schätzt Baumexperte Torsten Roller. Das Trio mit den mächtigen Stammumfängen prägt das Bild, wenn man von den weißen Bänken vor dem alten Badehaus auf den Park blickt.

Vor 150 Jahren wurde das Badehaus errichtet, das heute Kulturzentrum ist, goldbronzene Buchstaben an der Fassade zeigen die frühere Nutzung noch an, ein Haus mit Vergangenheit. Torsten Roller ist Fachagrarwirt für Baumpflege, er ist verantwortlich für die Grünpflege im Park. Mit drei Kollegen ist das Personal knapp, es gibt es viel zu tun, um dem Denkmalschutz zu genügen und mit den Herausforderungen der Trocken-Zeit umzugehen. „Große Verluste gab es da zuletzt“, erzählt Roller, zu wenig Wasser, zu viel Pilzbefall beim Bergahorn. Wenn der Baum stabil ist, stimmt die Symbiose zwischen Pilz und lebendem Holz, dann ist alles gut, kann der Baum auch 500 oder mehr Jahre alt werden. Wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät, gewinnt der Pilz. Eine eigene Bewässerung durch die Parkpfleger würde aber einen enormen Aufwand bedeuten.

Geschützte bäume

Der „Alte Kurpark“ von Bad Soden erstreckt sich über etwas mehr als vier Hektar Fläche. Der Park steht unter Denkmalschutz, betreut werden 570 Bäume von 79 verschiedenen Arten.

Der Park ist ab 1820 in drei Phasen entstanden, einige Bäume sind mit ihm gewachsen, im Bereich um das Paulinenschlösschen stehen die jüngsten Bäume.

Baumpfleger Torsten Roller bietet mindestens viermal im Jahr Führungen an, über die Homepage der Stadt www.bad-soden.de werden die Termine werden veröffentlicht. jüs

Der Alte Kurpark ist in drei Phasen entstanden. Zwischen 1820 und 1830 wurde der noch heute stilprägende Bereich im Umfeld des Badehauses als englischer Landschaftsgarten angelegt. Mit Blickachsen, aber ohne strenge lineare Zeichnung. Ab 1850 kam der nördliche Teil mit der Terrasse dazu, seitlich davon verbergen sich im waldartigen Teil des Parks jede Menge Exoten. Gleiches gilt für den Bereich der dritten Planphase im Umfeld des Paulinenschlösschen. Es sind die alten und exotischen Bäume, die dem Park ein besonderes Flair verleihen. Hier meckert kein Parkwächter, wenn auf den Wiesen Kinder mit Hunden Ball spielen oder das Gras im Umfeld der Bäume zur Chill-Zone wird.

Beim Entdecken und privaten Erforschen helfen an einzelnen Bäumen angebrachte Schilder, die der Verein „Wir für Bad Soden“ organisiert hat. Noch mehr erfährt, wer bei einer Parkführung mit Torsten Roller dabei ist. Geschichten von Amberbaum und Riesen-Thuja aus der Familie der Sumpfzypressen, vom Kugelförmigen Buchsbaum, von „eingewanderten“ Douglasien, Küsten-Mammut-Bäumen aus den USA, von der Tränenkiefer aus Afghanistan und Nepal, unter die sich das Himalaja-Tahr in dichten Wäldern gerne zurückzieht, und von der Kaukasischen Flügelnuss, aus deren Hauptstamm inzwischen eine ganze Großfamilie gewachsen ist.

Roller erzählt von Besonderheiten und Herkunft, von der Einbindung ins Pflegewerk des Parks, was auch für die „lokalpatriotisch wichtige“ Esskastanie gilt, die bekanntlich viele Flächen im hochgelegenen Umfeld von Bad Soden ziert. Roller: „Die war irgendwann mal da, jetzt ist sie halt da.“ Wie der herrliche Ginkgo biloba, dessen Ur-Vorfahren schon vor rund 180 Millionen Jahren die Erde geziert haben sollen.

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