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Der Finanzpunkt in Bad Soden-Neuenhain war 2019 der erste, der eröffnet wurde.
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Der Finanzpunkt in Bad Soden-Neuenhain war 2019 der erste, der eröffnet wurde.

Bad Soden

Gemeinsames Filialnetz im Taunus ist komplett

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Seit einem Jahr legen die Frankfurter Volksbank und die Taunussparkasse Filialen im Main-Taunus und Hochtaunuskreis zusammen und bauen gemeinsame Finanzpunkte auf. Jetzt ziehen sie Bilanz.

Zwei konkurrierende Geldinstitute in einer Filiale: ein Eingang, zwei Geldautomaten, ein Schreibtisch und ein Lichtkonzept, das zeigt, welche Beraterinnen und Berater gerade vor Ort sind. Blau für die Volksbank und rot für die Taunussparkasse. Kann das funktionieren?

„Ja“, sagen die Vorstandsvorsitzenden Eva Wunsch-Weber und Oliver Klink. Das Konzept der gemeinsamen „Finanzpunkte“ an 26 Standorten im Main-Taunus- und Hochtaunuskreis laufe ausgesprochen erfolgreich. Was vor knapp einem Jahr deutschlandweit und international für Aufsehen in der Bankenwelt sorgte, habe sich als Kooperationsmodell der Zukunft im ländlichen Raum erwiesen.

„Wir sind für die Menschen, die ihre Bankgeschäfte nicht ausschließlich digital erledigen möchten, weiterhin präsent und schaffen ein attraktives modernes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte der Vorstandvorsitzende der Taunus-sparkasse, Oliver Klink, bei einem Pressegespräch. Die beiden Banken böten durch ihre Zusammenarbeit vielerorts nicht nur besseren Service als in der Vergangenheit. Sie sparten auch eine Menge Geld, berichtete Eva Wunsch-Weber, Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank. Statt eine siebenstellige Summe in den Umbau einzelner Filialen zu stecken, hätten Volksbank und Taunussparkasse kaum mehr als 250 000 Euro pro Finanzpunkt investiert und die Kosten jeweils aufgeteilt. Beim laufenden Betrieb würden 40 Prozent der Kosten eingespart.

Finanzpunkte

26 gemeinsame Filialen haben Taunussparkasse und Frankfurter Volksbank seit Ende 2019 im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis eröffnet. 50 Standorte wurden zusammengelegt.

Rund fünf Millionen Euro haben die Partner in das Projekt investiert. Die Einrichtung eines Finanzpunktes kostete rund 250 000 Euro.

Beratung für Kundinnen und Kunden gibt es an 17 Standorten, neun Finanzpunkte werden als reine Selbstbedienungscenter geführt. In den Filialen mit Personal teilen sich Volksbank und Sparkasse die Öffnungszeiten. aro

Schneller als ursprünglich geplant wurden die 26 Finanzpunkte im Taunus fertig. Die letzte gemeinsame Filiale eröffnete am gestrigen Donnerstag in Schwalbach. Mit jeweils vier neuen Standorten konnten Taunussparkasse und Frankfurter Volksbank ihre Präsenz in der Region sogar ausbauen.

Positiv reagieren laut einer Umfrage nicht nur Kundinnen und Kunden auf das Share-a-Bank-Modell, auch die beiden Landräte Michael Cyrix und Ulrich Krebs (beide CDU) sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stünden hinter dem Konzept, berichtete Oliver Klink. „Beinahe im Wochentakt erreichen uns Anfragen von Gemeinden, ob wir dort nicht auch einen Finanzpunkt eröffnen können.“ In der Regel werde das abgelehnt. „Finanzpunkte können die lokale Infrastruktur stützen, aber nicht reaktivieren“, ist Oliver Klink überzeugt. „Nur in Ortschaften, in denen ein Bäcker, ein Metzger und Einzelhandel vorhanden sind, und wo sich Volksbank und Taunussparkasse auf die Kundenfrequenz aus bisherigen Standorten stützen können, macht das Konzept Sinn.“ Die Kooperation mit weiteren Partnern aus der Bankenbranche sei im Taunus nicht geplant, betonten die Vorstandsvorsitzenden.

Von Anfang an habe man die Finanzpunkte als offene Initiative geplant, berichteten Klink und Wunsch-Weber. Das Konzept gemeinsamer Filialen stehe deshalb auch anderen Sparkassen und Volksbanken in Deutschland als Blaupause zur Verfügung. Abstimmungen mit Behörden seien nicht mehr nötig. „Bundesbank, Bankenaufsicht, Bundeskartellamt und die hessische Landeskartellbehörde kennen das Konzept.“

Mehr als zehn deutsche Regionalbanken hätten sich bereits gemeldet und wollten sich der Initiative anschließen. Den Angaben zufolge haben in Weiden in der Oberpfalz die Raiffeisenbank Oberpfalz Nordwest und die Sparkasse Oberpfalz Nord bereits einen Finanzpunkt eröffnet. Auch in Tauberfranken in Baden-Württemberg kooperieren die lokale Volksbank und die Sparkasse beim Aufbau einer gemeinsamen Filiale.

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