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Kniehoch stand im August 2020 das Hochwasser in den Straßen der Bad Sodener Altstadt.
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Kniehoch stand im August 2020 das Hochwasser in den Straßen der Bad Sodener Altstadt.

Bad Soden

Bad Soden verstärkt Hochwasserschutz nach Flutwelle aus dem Taunus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Starkregen überflutete Mitte August letzten Jahres die Bad Sodener Altstadt und richtete großen Schaden an. Die Kommune hat daraus gelernt. Der Hochwasserschutz wird verstärkt.

Die Flutwelle aus dem Taunus kam rasend schnell. Und sie traf Bad Soden Mitte August vorigen Jahres mit voller Wucht. Die Hauptverkehrsader der Stadt, die Königsteiner Straße, glich innerhalb weniger Minuten einem reißenden Fluss. Der Alte Kurpark wurde zu einem riesigen See, aus dem die Bäume emporragten. In den Altstadtstraßen schwappte das Wasser über Türschwellen, Keller liefen mit einer dreckigen, schlammigen Brühe voll. In einem Supermarkt wurde die Elektrik so schwer beschädigt, dass der Laden mehrere Tage lang geschlossen bleiben musste. Auch die Tiefgarage stand komplett unter Wasser, an mehreren Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Den größten Schaden richtete das Hochwasser im städtischen Freibad an. Als der Sulzbach über die Ufer trat, wurde die gesamte Anlage überschwemmt. Auch der Technikkeller lief mit Wasser voll. Die Badesaison musste beendet werden. Die Reparaturarbeiten dauerten den ganzen Winter an.

Über den Stadtteilen Altenhain und Neuenhain sei an jenem Freitagnachmittag ein Starkregen niedergegangen, dessen Intensität auf der Einstufungsskala des Deutschen Wetterdienstes überhaupt nicht mehr verzeichnet gewesen sei, erinnert sich Bad Sodens Bürgermeister Frank Blasch (CDU). Die Kanalisation sei der Regenmenge, die weit über ein sogenanntes Jahrhunderthochwasser hinausging, nicht mehr gewachsen gewesen. Die Wassermassen suchten sich ihren Weg talabwärts sowohl über die Straßen als auch über das Bett des Sulzbachs durch das Altenhainer Tal und den Niederdorfsbach von Neuenhain hinab.

Er verfolge mit großer Anteilnahme die aktuelle Lage in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, sagt der Rathauschef. „Natürlich erinnern wir uns bei den Bildern auch an den Starkregen in unserer Stadt vor einem Jahr.“ Erst vor kurzem haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses, Bürgermeister, Stadtverordnetenvorsteher, Magistratsmitglieder und das Deutsche Rote Kreuz Bad Soden 2600 Euro für die Flutopfer gesammelt und dem DRK in Ahrweiler übergeben.

Die Stadt Bad Soden habe bis dato gut acht Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, berichtet Blasch. So seien Regenrückhaltebecken an der Wilhelmshöhe, am Großen Hetzel und am Unteren Schellberg errichtet und Versickerungsmulden sowie ein Kanalstauraum an der Otfried-Preussler-Schule angelegt worden. Eine Hochwassermulde gebe es auch auf dem ehemaligen Süwag-Gelände. Das dadurch geschaffene Überschwemmungsgebiet habe im August 2020 die Hochwasserwelle des Sulzbachs in Richtung Frankfurt deutlich abgemildert.

Im gesamten Stadtgebiet wurden in den vergangenen Jahren außerdem Kanäle erweitert. Unmittelbar nach der Flutwelle im Sommer beschlossen die Stadtverordneten, den Kanal im Ziegenhainerpfad in Neuenhain zu sanieren und auszubauen. Das Niederschlagswasser könne so besser abgeleitet, der Niederdorfsbach entlastet werden, sagt Blasch. Geplant sei weiterhin der Neubau der Rechenanlage am Sportplatz in der Kelkheimer Straße. Sie soll künftig von Treibgut freigehalten werden, damit das Wasser ungehindert in den ab dort verrohrten Sulzbach fließen kann. 100 000 Euro sind für die Arbeiten vorgesehen. Im September soll das Stadtparlament dazu einen Beschluss fassen.

Und dann gibt es noch zwei Projekte für den Hochwasserschutz, die umfangreicherer Planungen bedürfen. Zum einen handelt es sich um die Offenlegung des Sulzbachs im Abschnitt Talstraße/Rohrwiese. Der Bachverlauf könnte im Hochwasserfall als Retentionsraum dienen und die Altstadt entlasten. Vorgesehen ist zudem, das Regenrückhaltebecken des Niederdorfsbachs zu erweitern und das Rückhaltebecken für den Sulzbach im Naturschutzgebiet Altenhainer Tal neu zu bauen. In beiden Fällen ist der Abwasserverband Main-Taunus zuständig. Er lässt zurzeit Wirksamkeitsprüfungen für die Projekte vornehmen. Ergebnisse sollen demnächst vorliegen.

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