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Als Chefarzt zurückgekehrt

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Dr. Nick Spindler Schmidt
Dr. Nick Spindler Schmidt © Barbara Schmidt

Nick Spindler hat die Leitung der Klinik für Plastische Chirurgie im Krankenhaus übernommen

Bad Soden - Privatdozent Dr. Nick Spindler hat nicht lange gebraucht, sich einzuleben. Immerhin ist der Mediziner ein waschechter Sodener Bub und richtig gern zurückgekehrt in seine alte Heimat - und das auch noch auf einen Chefarztposten: Als Nachfolger von Dr. Olaf Wölfle hat Nick Spindler die Leitung der Klinik für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie im Bad Sodener Krankenhaus übernommen, das Teil des Varisano-Klinikverbunds ist. Für Spindler ein klarer Pluspunkt und wichtig für seine Entscheidung, von der Uniklinik in Leipzig hierher zu wechseln.

„Mein Fach stärkt es“, sagt der 46-Jährige und erläutert, dass die Plastische Chirurgie häufig diejenige sei, die bei Defekten als letzte noch zu Rate gezogen werden müsse. Nach starken Verbrennungen, der Amputation von Gliedmaßen oder schweren Gesichtsverletzungen ist die Kunst derer gefragt, die sich darauf verstehen, Haut und Gewebe zu verpflanzen und eine gute Wundheilung zu fördern.

Praktisch „nebendran“ mit dem Klinikum Höchst einen Maximalversorger zu haben, davon profitiere seine Abteilung in Soden extrem, sagt Nick Spindler und erinnert etwa an das Tumorzentrum unter Leitung von Professor Matthias Schwarzbach in Höchst, mit dem man eng zusammenarbeite.

Attraktiv findet der habilitierte Mediziner auch das neue Lebensumfeld für sich und seine Familie. Ist es für ihn die Rückkehr in die Region, in der er groß geworden ist und die Schule besucht hat, kannten und schätzten seine Frau und die beiden neunjährigen Zwillingssöhne Bad Soden zumindest schon von den Besuchen bei Großeltern und Tante.

Sein Studienfach hat sich der frühere Sodener, der aktuell Königsteiner ist, nach dem Abitur an der Bischof-Neumann-Schule nicht von ungefähr gewählt, Auch seine Eltern seien beide Ärzte, sagt er, „da ist die Medizin immer schon im Haus gewesen als Thema“, das ihm „faszinierend und spannend“ erschienen sei. „Von Anfang an“ habe er in die Plastische Chirurgie gewollt, in der auch sein Vater tätig war.

„Sehr facettenreich und vielfältig“ sei dieses Fachgebiet, zu dem auch die Handchirurgie zählt. Dass diese in Bad Soden sehr etabliert ist und einen besonders guten Ruf genießt, habe er schnell feststellen dürfen, da sehr viele Patienten für eine Behandlung hier auch weitere Wege in Kauf nähmen, weiß Spindler.

Der neue Chefarzt will das Feld aber gern noch ein wenig ausweiten und etwa Patienten chirurgisch helfen, die unter Lipödemen oder Lymphödemen leiden. Während beim Lipödem durch eine Störung der Fettverteilung unkontrollierte Fettansammlungen vor allem an Beinen, Hüfte und Po die Patienten stark belasten, haben Lymphödeme ihre Ursache zumeist in längeren Krebsbehandlungen.

Chirurgische Eingriffe sind hier die ultima ratio, nach Spindlers Erfahrung können sie aber den Patienten tatsächlich Linderung verschaffen. Feinarbeit ist das am OP-Tisch, denn hier muss mikrochirurgisch gearbeitet werden. Vor allem brauche das hohe Konzentration, sagt der Arzt, und das über längere Zeit, denn im Schnitt dauerten Operationen in seinem Fachgebiet rund dreieinhalb Stunden.

Die in den Krankenhäusern anstehende stärkere Ambulantisierung sieht Spindler für sein Fach als besondere Herausforderung für die Zukunft.

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