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Atemnot im Unterricht

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Immer noch leiden Lehrerinnen der Albert-Schweitzer-Schule an allergischen Reaktionen. Im Sommer will der Kreis endgültig Abhilfe schaffen. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

In den Sommerferien lässt der Kreis den Keller der Albert-Schweitzer-Schule renovieren. Damit soll die lange Debatte über gesundheitliche Beschwerden in der Hattersheimer Grundschule abgeschlossen werden. Doch drei Lehrerinnen unterrichten noch immer nicht im Altbau, weil sie dort unter Atemnot und Hautrötungen leiden. Eine Ursache für diese Beschwerden wurde trotz umfangreicher Untersuchungen nicht gefunden.

Nach einer gründlichen Reinigung der Schulräume hatten sich die Symptome im Kollegium "deutlich verringert". Laut Schulleiter Udo Schoeler treten sie nur noch bei weniger als einem Fünftel der Mitarbeiter auf. Ärzte vermuteten bei ihnen "individuelle Gründe", etwa eine Überempfindlichkeit gegen an sich harmlose Stoffe: "Beispielsweise wurde im Altbau Linolsäure gefunden, im Neubau nicht. Aber dieser Stoff ist auch in hochwertigen Hautcremes enthalten", so Schoeler.

Im vorigen November hatte er wegen der Beschwerden im Kollegium die Klassenräume im Altbau komplett gesperrt. Die Kinder wurden im Schichtbetrieb unterrichtet, mussten auf Räume außerhalb der Schule ausweichen. Obwohl Betriebsärzte zur Schließung der Räume geraten hatten, sah der Kreis dies als überzogen.

Als Ursache für die gesundheitlichen Klagen stand Staub im Verdacht. Entstanden war er bei einer umfangreichen Sanierung der Schule, für die wiederum gesundheitliche Beschwerden im Kollegium Anlass gewesen waren. 2007 - vor der Sanierung - wurden Schimmel und Bakterien in der Albert-Schweitzer-Schule gefunden. Darüber, wie schädlich sie waren, stritten Schulleitung und Kreis bereits damals.

Nun sei der Konflikt beigelegt, sagt Rektor Udo Schoeler. Mit den Laboruntersuchungen, die keinen Grund für die Beschwerden lieferten, und der gründlichen Reinigung der verstaubten Bücher, Sportgeräte und Regale habe der Kreis getan, was Schule und Betriebsärzte gefordert hätten.

Nun sei die einzige Lösung, dass die drei nach wie vor betroffenen Kolleginnen nur im Neubau unterrichten. Für die Schule bedeutet dies allerdings einen organisatorischen Mehraufwand.

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