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Fahne der rechtsextremen NPD.
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Fahne der rechtsextremen NPD.

Schlägerei nach NPD-Demo

Antifaschist verurteilt

Ein 26-jähriger Student ist vom Amtsgericht Höchst zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte nach einem NPD-Aufmarsch in Kelkheim einen der Neonazis verprügelt.

Es war der Tag der Deutschen Einheit 2006. In Kelkheim demonstrierten Neonazis unter dem Motto "Zukunft statt Globalisierung". Dem Aufruf der NPD waren etwa 70 junge Männer gefolgt. Gleichzeitig waren mehr als fünfhundert Gegendemonstranten in der Stadt. Dabei waren auch alle fünf demokratischen Parteien aus dem Kelkheimer Stadtparlament vertreten. Zu Zusammenstößen vor Ort kam es nicht.

An den Aufmärschen nahmen auch Andreas K. und Kevin M. (Namen geändert) teil. Andreas K. marschierte mit den Rechten, Kevin M. mit den Gegendemonstranten. Beide fuhren dann - unabhängig voneinander - mit der S-Bahn nach Höchst. Es habe Gerüchte gegeben, sagte Kevin M., dass die Rechten in Höchst einen spontanen Aufmarsch planten. Gestern trafen sich die beiden im Höchster Amtsgericht wieder.

Verätzungen im Gesicht

Der heute 26-jährige Kevin M., so die Anklage, soll Andreas K. gemeinsam mit einem unbekannten Täter in Höchst angegriffen haben. Die beiden waren damals vermummt. Sie sollen Andreas K. erst als "Scheiß Nazi" beschimpft, dann geschlagen und getreten haben. Einer der Angreifer sprühte dem heute 24-jährigen Schreiner eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht. Daraufhin ging das Opfer zu Boden und wurde hier noch einige Sekunden lang in Gesicht, Bauch und Unterleib getreten und geschlagen. Andreas K. litt mehrere Tage unter Verätzungen im Gesicht.

Der Mittäter ist unbekannt

Die Angreifer flohen. Kevin M. konnte später von der Polizei gestellt werden, sein Mittäter entkam unerkannt. Auch im Prozess blieb die Frage nach dessen Identität unbeantwortet.

Kevin M. lebt in Frankfurt und studiert Soziologie, Psychologie und BWL. Zurzeit schreibt er seine Examensarbeit, nach dem Studium will er Entwicklungshelfer werden. Er ist nicht vorbestraft. Vor Gericht legte er gestern ein Geständnis ab. Ja, er habe das Opfer angegriffen, geschlagen und getreten. Das Reizgas will er allerdings nicht gesprüht haben und als Andreas K. am Boden lag, hätte er sich nicht weiter am Angriff beteiligt. "Ich bin selbst erschrocken, was da passiert ist. Es tut mir leid", ließ er durch seinen Anwalt erklären.

Der Staatsanwalt forderte eine Geldstrafe. Gefährliche Körperverletzung, so seine Begründung, sei dem Täter nicht nachzuweisen. Die Richterin folgte der Argumentation und verurteilte Kevin M. zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 1000 Euro an Andreas K. (gf)

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