Hattersheim

Ansturm auf Hattersheimer Gewerbegebiet an der Autobahn

Auch IT-Unternehmen und Rechenzentrumsbetreiber interessieren sich für das Areal im Norden der Stadt. Bis Mitte kommenden Jahres wird im Rathaus entchieden, wer den Zuschlag erhält.

Die Stadt Hattersheim ist weiterhin auf dem Weg, zur Digital City im Rhein-Main-Gebiet zu werden. Rechenzentrumsbetreiber E-Shelter hat im Frühsommer sein erstes Rechenzentrum eröffnet und baut vier weitere an der Voltastraße. Das international agierende IT-Unternehmen Digital Reality hat das 14 Hektar große Gelände der ehemaligen Sanofi-Tierversuchsanstalt vom Main-Taunus-Kreis gekauft, um dort einen Datencampus zu errichten. Jetzt interessieren sich IT-Firmen auch für die knapp 90 000 Quadratmeter große Gewerbefläche im Norden der Stadt zwischen Friedhof und der Autobahn 66.

„Wir sind durch Großprojekte der Branche als IT-Standort in den Fokus von Global Playern gerückt“, sagt Hattersheims Bürgermeister Klaus Schindling (CDU). Die Wirtschaftsförderung müsse die Akquise aktuell nicht mehr selbst betreiben, Unternehmen meldeten sich von selbst im Rathaus und fragten nach freien Flächen in Hattersheim, sagt Schindling.

Im ersten Halbjahr 2020 soll die Entscheidung fallen, welche Firmen auf der Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiet Nord angesiedelt werden. Es handelt sich dabei um jenes Areal, auf dem 2014 ein Markt der Bauhaus-Kette entstehen sollte. Die Regionalversammlung hatte dieses Vorhaben damals gestoppt. Seither wurde nicht weiter an der Entwicklung gearbeitet.

Die Fläche gehört zur Hälfte der Stadt, die andere Hälfte der Grundstücke ist im Besitz von 15 privaten Eigentümern. Die Hessische Landgesellschaft sei beauftragt, mit den Eigentümern in Verhandlung zu treten, um die Grundstücke zu erwerben, berichtete Schindling. Ein Teil sei als Erweiterungsfläche für den Hattersheimer Friedhof ausgewiesen.

Laut Schindling gibt es eine Reihe von Interessenten für die Gewerbeflächen an der A66. Erneut seien auch Betreiber von Datencentern darunter. Das habe sich im Zuge eines sogenannten Interessenbekundungsverfahrens herausgestellt, bei dem die städtische Wirtschaftsförderung Fragebögen an Unternehmen, Projektentwickler und Investoren verschickte.

Ob die IT-Firmen am Ende tatsächlich zum Zug kommen werden, ließ Schindling im Gespräch mit der FR offen. Die Entscheidung werde im ersten Halbjahr 2020 fallen. Eine Rolle werde dabei unter anderem auch die Zahl der Mitarbeiter spielen, die ein Unternehmen in die Stadt bringe, und ob der Firmensitz nach Hattersheim verlegt werde. „Davon hängt ab, wie viel Gewerbesteuereinnahmen wir verbuchen können.“

Einbezogen werden sollen laut Schindling auch die Ergebnisse einer großen Verkehrsuntersuchung, die für das Stadtgebiet in Auftrag gegeben wurde. Sie soll demnächst fertig sein. Pläne sehen vor, das neue Gewerbegebiet Nord gegebenenfalls durch eine Verlängerung der Heddingheimer Straße an den Keltenkreisel anzuschließen und so eine Zufahrt zur Autobahn herzustellen.

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