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Eschborn: Altes Rathaus, neue Stadthalle

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57 Millionen Euro sind für Sanierung und Neubau nötig. Demnächst wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

Selbst für Eschborner Verhältnisse ist es eine Rieseninvestition: Rund 57 Millionen Euro sind insgesamt für den Neubau der Stadthalle und die Sanierung samt Erweiterung des Rathauses veranschlagt. Alleine die technische Aufrüstung des Verwaltungsgebäudes aus den 1970er Jahren mit der markanten Klinkerfassade schlägt mit mehr als 13 Millionen Euro zu Buche.

Die gewaltige Summe dürfte die Eschborner Kommunalpolitik allerdings kaum erschrecken. Schließlich war zu Zeiten, als der Christdemokrat Wilhelm Speckhardt noch Bürgermeister war, schon mal die Rede von weit mehr als 80 Millionen Euro, die die Kommune in das Mammutprojekt stecken sollte.

Damals standen auch der Abriss und Neubau des Rathauses zur Diskussion. Eine Bürgerinitiative machte den hochfliegenden Plänen der schwarz-grünen Koalition 2012 jedoch einen Strich durch die Rechnung. Bei einem Bürgerentscheid stimmte die Mehrheit der Eschborner Wählerinnen und Wähler gegen den Abriss des Rathauses. Die Planungen wurden gestoppt. Das Votum der Bürger gegen den Rathausabriss ist mehr als drei Jahre später zwar nicht mehr bindend. Speckhardts Nachfolger als Bürgermeister, Mathias Geiger (FDP), machte aber stets deutlich, dass er das Ergebnis weiterhin respektieren wolle.

Und so liegt jetzt ein vom Eschborner Bauamt erarbeitetes Grobkonzept zur Sanierung und Erweiterung des Rathauses sowie für den Neubau der Stadthalle vor. Vor Kurzem wurde es von Alexander Schilling vom städtischen Hochbauamt den Mitgliedern des Bauausschusses vorgestellt. Es soll die Grundlage sein für einen Architektenwettbewerb, den die Stadt demnächst ausschreiben wird. In der Parlamentssitzung am 7. Februar könnten die Stadtverordneten dazu einen Beschluss fassen.

Der Abrissbirne zum Opfer fallen sollen laut Schilling die Stadthalle und ihre Nebengebäude mit Ratsstube und Fahrschule, außerdem der Gebäudekomplex Rathausplatz 18 bis 26, das Parkdeck sowie der Bibliotheksanbau mitsamt Foyer aus dem Jahr 1992.

Stehenbleiben kann das Rathaus mitsamt Erweiterungsbau, auch der Stadtverordnetensitzungssal bleibt weitgehend unangetastet. Das Rathaus bekommt neue Fenster, Außentüren und Dachflächen. Damit die Außenwände besser gedämmt werden können, muss die Klinkerfassade abgenommen und anschließend wieder neu aufgebaut werden.

Umfassend ist auch die technische Sanierung im Inneren des städtischen Verwaltungsgebäudes: Eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage wird eingebaut, das Trinkwassernetz ebenso erneuert wie die Abwasserleitungen. Und die Beleuchtung soll auf den neuesten Stand gebracht werden. Die bisherige Raumaufteilung im Rathaus solle so wenig wie möglich geändert werden, berichtete Schilling. Im Erweiterungsbau sollen die Stadtbibliothek und das Bürgerbüro unterkommen, die von der Verwaltung unabhängige Öffnungszeiten haben. Außerdem ist dort ein barrierefreies Foyer geplant.

Komplett neu gebaut wird die Eschborner Stadthalle. In zwei Sälen soll sie künftig 600 Sitzplätze haben. Durch eine höhenverstellbare Bodenkonstruktion werden sich Zuschauerränge herstellen lassen. Der Orchestergraben ist absenkbar geplant. Außerdem soll es eine bewegliche Leinwand geben. Ersatz für das Parkdeck, das dem Neubau weichen muss, solle ebenfalls geschaffen werden, kündigte Alexander Schilling im Bauausschuss an. Rund 100 Stellplätze seien auf der Neubaufläche von Rathauserweiterung und Stadthalle vorgesehen – in einer Tiefgarage oder auf einem oberirdischen Parkdeck.

Der Neubau der Stadthalle ist mit 12 Millionen Euro veranschlagt.

Die Rathauserweiterung kostet rund 9 Millionen Euro.

Für die Sanierung des Rathauses sind 6,7 Millionen Euro vorgesehen.

Neue Parkplätze werden für 4,5 Millionen Euro gebaut.

Die Umzugskosten liegen bei 3,5 Millionen Euro. aro

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