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Für das Alter vorgebaut

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Hier ziehen im Januar die ersten Senioren ein.
Hier ziehen im Januar die ersten Senioren ein. © Rolf Oeser

Im Hattersheimer Mühlenquartier entstehen eine Seniorenresidenz und ein Pflegeheim. Die Hawobau und die Lindhorst Gruppe haben jetzt Richtfest gefeiert.

Von Gesa Fritz

Klaus Bode will nichts dem Zufall überlassen. Nicht, wenn es darum geht, wo und wie er die letzten Jahre seines Lebens verbringt. „Ich glaube nicht, dass ich immer so fit bleibe wie heute“, sagt der 72-jährige aktive Tennisspieler. Der Hattersheimer will nicht warten, bis es zu spät ist. Bis er nicht mehr in der Lage ist, alleine zu wohnen und seine Kinder überstürzt eine Senioreneinrichtung für ihn aussuchen müssen.

Deshalb wird er zu den ersten gehören, die kommendes Jahr die neue Seniorenresidenz im Mühlenquartier in Hattersheim beziehen. Gestern wurde Richtfest gefeiert. Am 15. Januar 2012 soll das Gebäude eröffnet werden, sagte Alexander Lindhorst, Firmenchef der Lindhorst Gruppe.

Im Mühlenquartier entstehen in einem Baukomplex zwei Einrichtungen: eine Seniorenresidenz unter Regie der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau) und ein Pflegeheim unter Regie von Lindhorst.

Bode hat für sich und seine Frau ein Drei-Zimmer-Appartement in der Residenz reserviert. Noch lebt das Paar im eigenen Haus in der Bergstraße. „Die Umstellung wird groß“, sagt er, zählt dann aber lieber die Vorteile auf: Alles ist barrierefrei, die Dusche ebenerdig, die Türen auch für einen Rollstuhl breit genug. Und bei Bedarf können Pflegeangebote des Heimes genutzt werden. „Vor allem bleibt unser soziales Umfeld erhalten“, sagt er.

Der Rentner steht mit seinem Schritt nicht allein: Insgesamt sollen schon 26 der 28 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen vergeben sein, sagt Hawobau-Chef Gerhard Krietsch. Auch das Interesse an den 108 Einzel- und fünf Doppelzimmern im Pflegeheim soll laut Lindhorst groß sein. Genaue Zahlen hat er aber nicht parat.

In Flörsheim, wo die Lindhorst-Gruppe seit Herbst 2010 eine Einrichtung mit 87 Betten betreibt, liege die Auslastung bei 50 Prozent. „Das liegt nur am Mangel an examinierten Pflegekräften“, sagt Lindhorst. Um dem entgegenzuwirken, bilde man in Flörsheim selbst den Nachwuchs aus. Insgesamt sollen in dem Haus 80 bis 90 Arbeitsplätze neu entstehen. Der wird nicht nur in den zwei Städten benötigt. Für ein drittes Pflegeheim mit rund 100 Plätzen in Hofheim hat die Gruppe jetzt den Bauantrag eingereicht.

Wenn die Gruppe nicht genug Pflegekräfte findet, kann sich das auch unangenehm auf die Bewohner der Seniorenresidenz auswirken. Es könnte Probleme geben, bei Bedarf die versprochenen Pflegepakete auch einzulösen. Mehr Gedanken bereitet Bode derzeit aber die Lage der Einrichtung direkt am vielbefahrenen Hessendamm. Er hätte sich einen Standort einige Meter weiter gewünscht, direkt am Schwarzbach.

Dort haben Hawobau und die Weiß-Projektentwicklung aber andere Pläne. An den Bach angrenzend entstehen freistehende Einfamilienhäuser. Außerdem werden auf dem Gelände 16 Reihenhäuser, acht Doppelhaushälften und vier Mehrfamilienhäuser gebaut. 50 Prozent der Häuser sollen schon verkauft sein.

Viele Käufer stammen aus Bad Soden, Wiesbaden oder Frankfurt. „Früher war es undenkbar, dass ein Bad Sodener hier ein Haus kauft“, sagt Firmenchef Michael Weiß. Er führt die Entwicklung auf günstige Mieten und die gute Infrastruktur zurück.

Im Januar, wenn die ersten Senioren einziehen, sollen auch die ersten Eigentümer ihre Häuser im Mühlenquartier beleben.

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