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Altes Bahnhofsgebäude und neue Messer-Konzernzentrale (links).
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Altes Bahnhofsgebäude und neue Messer-Konzernzentrale (links).

Bad Sodener Bahnhof

Alter Bahnhof wie neu

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Der Industriegasehersteller Messer Group hat den maroden Bad Sodener Bahnhof für 3,5 Millionen Euro saniert. Jahrzehntelang war der Bahnhof der Kurstadt nicht mehr genutzt worden, nun soll sogar die Kantine der Messer-Mitarbeiter zum Veranstaltungsraum werden.

Am Wichtigsten war den Bad Sodenern die Bahnhofsuhr. „Nachdem wir das Gebäude gekauft hatten, kam als erste Frage: Wann funktioniert die Uhr wieder?“, sagt Hansjörg Gruber und lacht. Er ist Personalchef des Industriegaseherstellers Messer Group, Standortverantwortlicher für die Konzernzentrale in Bad Soden und hat zusammen mit Ingenieur Karl-Heinz Baumann den Umbau und die Sanierung des über 100 Jahre alten Bahnhofes betreut. Messer investierte in das Projekt 3,5 Millionen Euro. Die historische Uhr funktioniere wieder, versichert Hansjörg Gruber. Und sie zeige – funkgesteuert – stets die exakte Zeit an.

Zehn Monate haben die Umbauarbeiten gedauert. Davor lag eine achtmonatige Planungsphase. Das Kernstück des Bad Sodener Bahnhofs wurde 1846 errichtet, der Anbau mit der Bahnsteigüberdachung stammt aus dem Jahr 1909. Das gesamte Gebäude sei in einem unglaublich schlechten Zustand gewesen. „Und es hat übel darin gerochen“, sagt Hansjörg Gruber.

Jahrzehntelang war der Bahnhof der Kurstadt nicht mehr genutzt worden. Lediglich ein Kiosk war darin untergebracht. Im Obergeschoss waren Wohnungen. Die Messer Group, die 2011 ihre Verwaltungszentrale auf dem ehemaligen Gleiskopfgelände eröffnete und das Messerforum als Museum und Veranstaltungszentrum baute, kaufte das Grundstück, ließ es erschließen und bekam den Bahnhof von der Stadt kostenlos dazu.

Ursprünglich sei daran gedacht gewesen, im Erdgeschoss ein Restaurant unterzubringen, erzählt Gruber. Die Pläne zerschlugen sich jedoch. Die Kosten für Umbau und Sanierung waren so hoch, dass zu viel Pacht verlangt hätte werden müssen, um rentabel zu arbeiten. Das habe kein Gastronom bezahlen können.

Nur die Wände blieben stehen

Deshalb nutzt Messer den Bahnhof jetzt selbst. Im Erdgeschoss ist ab Mitte Februar die Kantine für die rund 150 Verwaltungsmitarbeiter untergebracht. Im ersten Stock sind Büroräume.

Sanierung und Umbau seien aufwendig gewesen, berichtet Gruber. Stehen blieben nur die tragenden Wände des Bahnhofs. Der Denkmalschutz machte viele Auflagen. Morsche Balken durften nicht einfach ausgetauscht werden. „Wir mussten alte und neue Teile kombinieren“, sagt Karl-Heinz Baumann. Die historischen Sprossenfenster waren so ramponiert, dass sie nachgebaut werden mussten; im Original erhalten und sorgfältig wieder hergerichtet ist die Überdachung des Bahnsteiges, in die jetzt Fenster eingeschnitten sind, damit es nicht zur dunkel darunter wird. Erhalten geblieben ist auch das Treppenhaus mit alten Fliesen und einer geschwungenen Holztreppe, deren Stufen leise knarren, wenn man nach oben geht.

Gäste sind willkommen

Die Kantine der Messer-Mitarbeiter soll bald auch Veranstaltungsraum für Gäste von außerhalb werden. Mit dunklen Möbeln ist sie schlicht elegant eingerichtet, hat eine große Bar und eine kleine Bühne. Die Bücher in den Wandregalen stammen aus der Bibliothek vom Vater des Firmenchefs Stefan Messer; der schwarze Bechsteinflügel gehörte Stefan Messers Großmutter. In der großen, modern eingerichteten Küche werden nicht die Mittagessen für die Messer-Mitarbeiter zubereitet. Sie dient ebenfalls als Veranstaltungsraum und kann für Kochkurse gebucht werden.

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