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650000 Euro weg

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Main-Taunus Untreue-Vorwürfe bei der MTV

Wir waren alle sehr überrascht“, sagt Kreis-Sprecher Johannes Latsch. Da stand vergangenen Donnerstag unerwartet die Polizei vor der Tür und wollte das Büro des bisherigen Geschäftsführers der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV), Ralf Scholz, durchsuchen.

Grund dafür sind Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Der Vorwurf: Scholz soll von 2007 bis 2009 über ein externes Unternehmen in Rödermark einer ihm gehörenden Beratungsfirma im Rodgau die Summe von 648000 Euro zugeschanzt haben. Das bestätigte Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, gestern auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Bei dem Unternehmen handelt es sich offenbar um die Nahverkehrs-Consulting, eine Firma, mit Sitz im Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden, die Scholz unter eigenem Namen geführt hat.

Die verdächtigen Zahlungen der Verkehrsgesellschaft an das Rodgauer Unternehmen waren laut Staatsanwaltschaft Mitarbeitern des Finanzamts bei einer Betriebsprüfung aufgefallen. Daraufhin ließ sie die Räume des Rodgauer Unternehmens und das Büro des Geschäftsführers der Verkehrsgesellschaft in Hofheim durchsuchen.

Wie es zu den erheblichen Geldabflüssen kommen konnte, wollte Kreis-Sprecher Latsch gestern nicht kommentieren. „Wir müssen das jetzt erst einmal selbst prüfen.“ Auch die Frage, ob Ralf Scholz die Zahlungen allein veranlassen konnte, beantwortete Latsch ausweichend: „Es gab ein Vertrauensverhältnis.“

Davon kann nun nicht mehr die Rede sein. Deshalb hat der Aufsichtsrat den bisherigen MTV-Geschäftsführer inzwischen von seinem Posten abberufen und prüft selbst rechtliche Schritte gegen ihn. Ralf Scholz war seit 1995 Chef der MTV. (cm./twe.)

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