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Der Lärmschutz, so wie hier bei Gelnhausen-Meerholz, muss dringend verbessert werden. 

Main-Kinzig

Main-Kinzig: Für mehr Lärmschutz und Barrierefreiheit

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Der Main-Kinzig-Kreis fordert Verbesserungen beim viergleisigen Ausbau der Kinzigtalbahn. Die notwendigen Investitionen werden auf 50 Millionen Euro geschätzt.

Die Kinzigtalbahn ab Fulda über Hanau nach Frankfurt wird von vielen Pendlern genutzt. Oft klagen sie über Verspätungen und überfüllte Züge, denn die zu einem Großteil nur zweigleisige Strecke ist chronisch überlastet. In den nächsten Jahren soll der geplante viergleisige Ausbau des 23 Kilometer langen Abschnitts zwischen Gelnhausen und Hanau die Lage entspannen. Dadurch würde die Fahrzeit verkürzt, die Zuverlässigkeit erhöht.

Der Main-Kinzig-Kreis und die Anrainerkommunen wollen die Gelegenheit nutzen, um zwei notwendige Verbesserungen durchzusetzen: Barrierefreiheit an allen Haltepunkten und umfassenden Lärmschutz, weil der derzeitig von den neuen Standards teilweise weit entfernt ist, worunter viele Anwohner leiden. Nach Ansicht der Kreisspitze um Landrat Thorsten Stolz (SPD) sind spürbare Fortschritte „alternativlos im Sinne der Bürger, die an oder in der Nähe der Bahnstrecke leben und für die nächsten Jahrzehnte tagtäglich mit den Folgen des Ausbaus der Strecke leben müssen“. Auch um ihre Akzeptanz zu bekommen, müsse der Bund die Kosten für Lärmschutz – vor allem durch neue und zusätzliche Mittellärmschutzwände – und den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe übernehmen. Nach Schätzungen der Deutschen Bahn würden die Investitionen bei etwa 50 Millionen Euro liegen.

In Berlin beraten bald der Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Bundestag über Maßnahmen im Bahnverkehr. Der Kreis drängt darauf, dass sein Anliegen behandelt wird. Deshalb hat er seine Forderungen in Schreiben an die zuständigen Bundestagsabgeordneten der schwarz-roten Koalition bekräftigt. Im November soll es ein Treffen mit den verkehrs- und haushaltspolitischen Sprechern von CDU/CSU und SPD geben.

Ein Mittel, um die Ziele zu verwirklichen, könnte die neue, „Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung“ zwischen Bund und Bahn sein. Sie erlaubt, „übergesetzliche Forderungen“ umzusetzen und die speziellen Bedürfnissen einer Region zu erfüllen. Hochrangige Vertreter der Bahn wie Dirk Rompf, Vorstand der DB Netz AG, hatten sich offen gezeigt für die Bitten aus dem Main-Kinzig-Kreis, aber keine festen Zusagen gemacht, weil der Bund darüber entscheidet. Genauso wie über das zweite Großprojekt, das mit der Kinzigtalbahn verknüpft ist: die Neubaustrecke zwischen Gelnhausen und Würzburg/Fulda. Hierfür wird eine Trassenvariante favorisiert, die durch das Kinzigtal führt, vorbei an Wächtersbach und Schlüchtern. Bürger fürchten hier Lärm und massive Eingriffe in die Natur. 

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