Lesereihe

Zwischen Traum und Wirklichkeit

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Das Café Schien in der Rosenstraße macht mit „Nußknacker und Mäusekönig“ den Auftakt zu einer Lesereihe.

Wohl kaum ein anderer Ort in Hanau würde ein besseres Ambiente für „Nußknacker und Mausekönig“ abgeben als das Café Schien in der Rosenstraße: Die irgendwo zwischen liebenswert-altmodisch und zauberhaft-surreal anzusiedelnde Atmosphäre dürfte es den Gästen am Wochenende leicht machen, in die skurrile Märchenwelt der berühmten Erzählung von E.T.A. Hoffmann einzutauchen.

Die Hanauer Schauspielerin Petra Mathein wird die Geschichte am Wochenende bei Kerzenschein, Kakao und Keksen in einer auf eineinhalb Stunden gekürzten, leicht modernisierten Fassung vorlesen. Im Original würde „Nußknacker und Mausekönig“ wegen seiner Länge und der komplexen Handlung die Konzentration der Zuhörer zweifellos überfordern. Zusätzliche Stimmung soll die musikalische Untermalung mit Sequenzen aus dem Ballett „Der Nußknacker“ von Tschaikowsky schaffen, für das Hoffmanns Erzählung die Vorlage lieferte.

„Nußknacker und Mausekönig“ wird die erste Lesung im Café Schien und gleichzeitig der Auftakt einer kleinen Reihe mit dem Titel „Erlesen“ sein, sagt Geschäftsführer Frieder Arndt. Die künstlerische Leitung der Lesungen hat der Hanauer Regisseur Benjamin Baumann. Den Hoffmann’schen Text hat sich Frieder Arndt gewünscht: Der studierte Germanist schrieb vor mehr als 20 Jahren seine Magisterarbeit über den wohl schillerndsten Vertreter der deutschen Romantik und ist bis heute ein glühender Verehrer von dessen zugleich fantastischer und realistischer Literatur.

Auch in „Nußknacker und Mausekönig“ begegnen sich bürgerlicher Alltag und das Wunderbare: Die kleine Marie bekommt zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt. Als um Mitternacht die Spielsachen lebendig werden und Mäuse aus dem Fußboden strömen, fällt das Mädchen vor Schreck in eine Glasscheibe – und taucht ein in eine fantastische Welt. Wobei die Grenzen zwischen tatsächlich Erlebtem und Geträumten verschwimmen.

Petra Mathein war bei der Lektüre gleich gefangen, sagt sie. Bekannt ist sie vielen Hanauern als Mutter Oberin aus dem Musical „Non(n)sense“ im Culture Club. Für dessen Regisseur Benjamin Baumann stand sie viele weitere Male auf der Bühne: als böse Stiefmutter in „Frau Holle“ bei den Märchenfestspielen etwa, oder als gute Fee im „Aschenputtel“. Ihr Brot hat die 50-Jährige mit der Schauspielerei nie verdient – was der Qualität ihrer Auftritte keineswegs anzumerken ist. Hauptberuflich arbeitet Petra Mathein als Chefsekretärin. „Es gibt sehr gute Amateure und schlechte Profis“, sagt sie selbstbewusst.

„Nußknacker und Mausekönig“ , Samstag, 18. Dezember, 20 Uhr, und Sonntag, 19. Dezember, 18 Uhr, Café Schien, Rosenstraße 3. Die Lesung ist für Kinder und Erwachsene geeignet. Der Eintritt kostet 7,50 Euro, eine heiße Schokolade inklusive.

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