+
Frank Grunow richtet die mobile Anlage ein, mit der Schnellfahrer geblitzt werden.

Hanau

Zweiter mobiler Blitzer geplant

  • schließen

Das Hanauer Ordnungsamt will eine zweite mobile Tempo-Messanlage anschaffen. Das hat der Leiter der Behörde, Thorsten Wünschmann, angekündigt.

Damit wollen die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde flexibler in der Stadt unterwegs sein und die Anlage noch häufiger dort aufbauen können, wo sie oder Anwohner vermuten, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Bürgerinnen und Bürger können Hinweise geben, wo gerast wird.

Es gebe zwar auch noch feste Blitzkästen in der Stadt, sagt Klaus Jäger, stellvertretender Amtsleiter und Chef der Straßenverkehrsbehörde. Doch von den einst zehn Kästen seien nur noch drei in Betrieb. Denn wenn die Autofahrer wüssten, wo die Anlagen seien, zeige sich immer das gleiche Bild: Die Fahrer bremsen ab und beschleunigen nach dem Kasten wieder. Zudem verursache die feste Anlage höhere Kosten als die mobile, sagt Jäger.

Den ersten mobilen Blitzer kaufte die Stadt vor zehn Jahren. Die neue Anlage sei schon ausgesucht, die Anschaffung koste einen „hohen fünfstelligen Betrag“, sagt Jäger. Der Hersteller brauche aber noch die Genehmigung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Doch die werde die PTB sicherlich erteilen, für die feste Anlage diesen Typs habe sie das bereits getan.

Laser statt Radar

Eberhard Kurzeknabe, zuständig für Geschwindigkeitsüberwachung, freut sich auf das neue Gerät, das mit Laser und nicht mehr mit Radar arbeitet: Es sei kompakter, schneller auf- und abzubauen und flexibler, so könne auch zur Seite geblitzt werden. Zudem brauche die neue Anlage weniger Platz nach hinten, so dass sie in der Innenstadt besser genutzt werden könne. Dort sei es bisher an manchen, zum Beispiel kurvigen, Stellen nicht möglich, die Geschwindigkeit zu überwachen.

Mit der mobilen Anlage seien die Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb unterwegs, nach Bedarf auch zwischen 5 und 23 Uhr, sagt Jäger. 890 Straßen seien in Hanau zu überwachen, in einigen, besonders vor Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen, stehen die Mitarbeiter regelmäßig. Dabei gehe es nicht darum, dort zu kontrollieren, „wo viel zu verdienen ist, sondern dort, wo es sinnvoll ist“, betont er. Mehr Personal bekommt Jäger für die neue Laser-Anlage aber nicht, da werde innerhalb der Abteilung umgeschichtet, sagt er.

„Viele Anregungen“

Wie viel die Stadt mit den Blitzern einnimmt, kann Jäger nicht sagen. In den vergangenen Jahren seien pro Jahr rund 1,1 Millionen Euro in den Topf „Verwarnungs- und Bußgelder“ geflossen. Dort werde aber nicht differenziert, so dass auch Bußgelder von Falschparkern, Hundebesitzern, die den Kot nicht aufsammeln, und anderen hineinkommen. Das solle sich aber mit dem Doppeletat 2016/17 ändern, sagt er.

Zudem reagiere das Amt auf Hinweise. Das sei auch der Grund für die zweite mobile Anlage, sagt Jäger, denn es kämen „viele Anregungen“, denen die Behörde nachgehe und dann die Anlage in den Straßen aufbaue. Dabei stelle sich aber oft heraus, dass die Autos gar nicht so schnell seien, wie die Anwohner dächten, sagt Kurzeknabe: „Es wird bei weitem nicht soviel gerast wie angenommen wird.“ Im Schnitt seien fünf bis sechs Prozent der Fahrer zu schnell unterwegs. Und die allermeisten von ihnen überschritten die vorgeschriebene Geschwindigkeit um fünf bis sechs Kilometer, zahlten also ein Bußgeld von 15 Euro.

Wer Straßen melden will, in denen zu schnell gefahren wird, kann das unter verkehrsbehoerdestadt@hanau.de oder Telefon 06181 / 295-8072 tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare