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Zweifel an Hort-Kapazitäten

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Die Nachfrage nach Hortplätzen steigt.
Die Nachfrage nach Hortplätzen steigt. © Monika Müller

Während Hanau handelt, bangen die Eltern in Wachenbuchen um Betreuungsplätze für ihre Kinder. Den einzigen Hort hat die Stadt dort Ende Juli geschlossen.

Von Christoph Süß

Nachdem die Betreuungsplätze an der Büchertalschule in Wachenbuchen in diesem Schuljahr nicht für alle Grundschulkinder aus dem benachbarten Mittelbuchen gereicht haben, arbeitet die Stadt Hanau daran, diesen Missstand bis zum kommenden Schuljahr zu beheben. Auf Maintaler Seite stehen aktuell zwar keine Kinder auf der Warteliste, allerdings sah dies vor wenigen Wochen noch ganz anders aus. Trotzdem sieht die Stadt offenbar keinen Handlungsbedarf.

„Die Stadt spielt das Problem herunter“, sagt SPD-Fraktionschef Sebastian Maier. Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) soll deshalb dem Parlament bei dessen September-Sitzung Zahlen zu den Hortplätzen vorlegen. Der Stadtelternbeirat, der sich bereits an alle Fraktionen gewandt hat, will sich indes nicht mehr auf das Handeln der Stadt verlassen. „Maintal forciert den Ausbau der Kinderbetreuung nicht in dem Maße wie Hanau“, findet die Beiratsvorsitzende Petra Romeiß.

Weil die Eltern nach eigenem Bekunden keine ausreichende Planungssicherheit haben, wollen sie sich weiter mit der Politik und der Schule in der Arbeitsgemeinschaft Hort treffen. „Wir wollen für den Fall vorsorgen, dass es im nächsten Jahr nicht genug Plätze gibt“, sagt Petra Romeiß. Die Zugezogene hat – wie ihre Mitstreiter aus der AG – kein Vertrauen mehr in das Handeln der Stadt. „Die tut erst etwas, wenn es brennt“, ist ihre Wahrnehmung. Romeiß ist überzeugt davon, dass das Problem nicht gelöst ist.

Stadt schließt Hort

Auf die Frage nach einer mittelfristigen Strategie für die offensichtlich steigende Nachfrage nach Hort-Plätzen in Wachenbuchen geht Rohrbach nicht ein. Er verweist lediglich darauf, dass aktuell keine Maintaler Kinder mehr auf der Warteliste für Betreuungsplätze an der Büchertalschule stehen. 45 Grundschüler aus Wachgenbuchen betreut deren Förderverein in diesem Schuljahr. Dabei standen Maintal laut Vertrag bis vor Kurzem eigentlich nur 41 Plätze zu. Doch der Betreuungsverein stellte aufgrund der Notlage weitere zur Verfügung.

Ende Juli hatte die Stadt Maintal ihren einzigen Hort in Wachenbuchen geschlossen, ohne Ersatz zur Verfügung zu stellen. Während die Eltern bis zum Ende der Ferien um einen Betreuungsplatz für ihr Kind bangen mussten, hatte die Stadt Hanau den Mittelbücher Eltern frühzeitig signalisiert, dass sie für alle Kinder einen Platz zur Verfügung stellen werde. „Wir wollen familienfreundlich sein“, sagt Hanaus Kita-Chefin Gitte Rodriguez.

Auch Maintal wirbt damit, familienfreundlich zu sein. „Das kostet aber Geld“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Romeiß. So zahlt Hanau Erwachsenen, die die nicht untergekommenen Mittelbücher Grundschüler auf ihrem Weg von Maintal in den provisorisch in einer Kita eingerichteten Hort nach Hanau begleiten, bis zu 150 Euro im Monat. Anders als der Ausbau der Kleinkind-Betreuung (U3) ist die Betreuung der Grundschüler vor und nach dem Unterricht dabei keine Pflichtaufgabe der Kommunen.

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