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Mit vollem Magen lernt es sich besser.

Hanau

„Den Tagesablauf strukturieren“

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Die Kathinka-Platzhoff-Stiftung plant einen Jugendclub mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Zunächst sollen zwei Mitarbeiterinnen der Kathinka-Platzhoff-Stiftung in der Einrichtung arbeiten.

Der Name „Jugendclub“ ist noch ein Arbeitstitel, es soll noch etwas kommen, das ein bisschen peppiger ist und die Kinder und Jugendlichen besser anspricht, doch das Ziel ist bereits klar: In der ehemaligen Gaststätte „Zum Spessarteck“ im Freigerichtviertel will die Kathinka-Platzhoff-Stiftung ein Zentrum für Kinder von 6 bis 14 Jahren einrichten. „Das Konzept ist an das der Archen in anderen Städten angelehnt“, sagt der Geschäftsführer der Stiftung, Wolfgang Zöller. Den Kindern soll dort ein warmes Mittagessen angeboten werden, nach dem Essen soll es eine Hausaufgabenbetreuung und verschiedene Angebote zur Freizeitgestaltung geben.

„Ich habe mir ähnlich Einrichtungen in Frankfurt und Maintal angeschaut und wir haben ein Konzept für Hanau erarbeitet“, so Zöller. Die Stiftung habe ein solches Projekt schon eine längere Zeit in Planung gehabt, nun komme es zu einer konkreten Ausführung. Die Konzeption sei in Absprache mit der Stadt Hanau entstanden, sagt Zöller. So gibt es zum einen eine Kooperation mit der nahen Anne-Frank-Grundschule und zum anderen eine Zusammenarbeit mit dem ebenfalls um die Ecke gelegenen Stadtteilzentrum Südost, wo bereits soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil gemacht wird.

„Wir haben uns bereits abgesprochen, wechselseitige Angebote für die Kinder zu machen“, berichtet der Stiftungsleiter. Die Eröffnung des Jugendclubs solle nicht dazu führen, dass sich die beiden Einrichtungen gegenseitig die Zielgruppe wegnähmen. „Wenn das Stadtteilzentrum eine Fahrradwerkstatt für Jugendliche anbietet, werden wird das selbstverständlich nicht auch tun, sondern die Kinder, die bei uns essen und betreut werden, rüberschicken“. Zum Start des Angebots, der momentan für Anfang Dezember geplant ist, soll Platz für 25 bis 30 Kinder geschaffen werden. „Die ehemalige Gaststätte mit ihren 175 Quadratmetern eignet sich dafür sehr gut, da es eine Küche und einen großen Gastraum gibt, in dem die Kinder essen und ihre Hausaufgaben machen können“, erzählt Zöller.

Niedrigschwelliges Angebot

Zunächst sollen zwei Mitarbeiterinnen der Kathinka-Platzhoff-Stiftung in der Einrichtung arbeiten, nach und nach sollen drei bis vier weitere Mitarbeiter eingestellt werden. „Wir sind noch ganz am Anfang und wissen nicht, wie das Angebot angenommen werden wird“, so Zöller. Man wolle vorsichtig auf Kinder und Familien zugehen und sie informieren; mit verschiedenen Aktionen sollen Schüler und Eltern von der Möglichkeiten erfahren, die der Jugendclub biete. Es handele sich um ein niedrigschwelliges Angebot, für das eine „subtile Ansprache“ nötig sei. In erster Linie sollen die Kinder mit einem „vernünftigen“ Mittagessen versorgt und bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben unterstützt werden, sagt der Geschäftsführer der Stiftung.

Dinge, die im Freigerichtviertel – unter den Hanauer Stadtteilen ist es einer jener mit der höchsten Armutsrate unter Minderjährigen – nicht selbstverständlich sind. „Die Betreuung soll den Kindern auch helfen, einen strukturierten Tagesablauf kennenzulernen.“ Man wolle sich mit dem Helfernetzwerk vor Ort im Stadtteil eng abstimmen, um die Nachmittagsaktivitäten so gut wie möglich auf die Bedürfnisse der Kinder abzustimmen, so Zöller. Geplant sind Öffnungszeiten von 11 bis 16 Uhr an Schultagen. Der Jugendclub soll nach Angaben von Zöller zu 100 Prozent von der Kathinka-Platzhoff-Stiftung finanziert werden.

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