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In der Berufsakademie wird abwechselnd gestaltet und die Schulbank gedrückt.

Hanau

Wissen, wie Design funktioniert

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Aus der Uni ins Unternehmen: Eine BGBA-Absolventin erzählt von ihrem erstem Job. Guffroy ist eine von neun Absolventen des Studiengangs Designmanagement.

"Ich bin in meinem Bereich die Schnittstelle zwischen Designern und Produktion“, sagt Marieke Guffroy. Die 26-Jährige arbeitet als „Artwork Coordinator“ im Bereich Auto-Garten-Werkzeuge für eine große Supermarktkette in Villeneuve d’Ascq, einer Stadt nahe Lille in Nordfrankreich. Dort organisiert und kontrolliert sie die Entwicklung und Produktion der Verpackungen für die Eigenprodukte der Supermarktkette. Was sie von ihrem ersten Job nach dem Studium erzählt, klingt genau nach dem, was die Brüder Grimm Berufsakademie Hanau (BGBA) ihren Studierenden vermitteln möchte.

„Da ich aus dem praktischen Teil des Studiums, meiner Metallbildnerlehre weiß, wo die Umsetzung von Design, das zunächst ja nur auf dem Papier entsteht, schwierig werden kann, kann ich gut zwischen den kreativen Köpfen und der Produktion vermitteln“, sagt die junge Frau über ihre Arbeit.

Guffroy ist eine von neun Absolventen des Studiengangs Designmanagement, die im Februar als erster Jahrgang das Bachelorstudium der 2012 gegründeten Akademie erfolgreich beendet haben. Bereits am 1. April begann die gebürtige Französin, die aus der Nähe von Lille stammt, mit ihrem neuen Job. Guffroy ist mit 19 nach Deutschland gekommen. Nachdem sie einige Jahre in Dresden und Erfurt als Fremdsprachenassistentin gearbeitet hatte, begann sie, für ein Jahr bei einem Goldschmied zu arbeiten. Der wiederum hatte sein Handwerk an der Hanauer Zeichenakademie gelernt und Guffroy vom dortigen Studienangebot erzählt.

Sie habe sich dann für die Berufsakademie entschieden, weil dort ein künstlerischer Teil, in ihrem Fall die Ausbildung zur Metallbildnerin, mit einem wirtschaftlichen Teil verknüpft wird. In ihrem jetzigen Job spiele neben der Abstimmung mit den Designern die Logistik eine wichtige Rolle, die sie dank ihres Studiums gut beherrsche, erzählt Guffroy.

Studium weltweit anerkannt

Außerdem sei es ihr besonders wichtig gewesen, dass das Studium weltweit anerkannt ist: „Ich möchte auf jeden Fall die Möglichkeit haben, in Frankreich, Belgien oder Deutschland zu arbeiten“, erzählt Guffroy während eines Telefonats mit der FR.

Auch wenn es ihr in Hanau sehr gut gefallen habe, hatte sie nach sieben Jahren in Deutschland zunächst das Bedürfnis, in ihre Heimat Nordfrankreich zurückzukehren. An ihrer Studienzeit in der Stadt zwischen Main und Kinzig denke sie sehr gerne, „schließlich bin ich hier erwachsen geworden, die Zeit hat mich geprägt.“

Einen bleibenden Eindruck hat auch die deutsche Arbeitskultur bei ihr hinterlassen. „Die Deutschen sind immer sehr ernst und pünktlich“, sagt Guffroy lachend, aber die Disziplin habe sie auch beeindruckt, ergänzt sie. Ihre Arbeit für die Supermarktkette mache ihr Spaß, auch wenn daneben etwas weniger Zeit bliebe als ihr lieb sei, um ihrer Leidenschaft, der Goldschmiedekunst, nachzugehen.

„Ich habe aber eine Werkstatt und Werkzeug und mache, so viel ich kann, damit ich das, was ich gelernt habe, nicht wieder verlerne“, so Guffroy. Ihre Kenntnisse über Werkzeuge helfen ihr zudem enorm, die Beschreibungen auf den Verpackungen der Garten- und Autowerkzeuge, die sie im Auftrag ihres Arbeitgebers herstellt, zu formulieren.

Martin Krämer, Lehrer an der BGBA und verantwortlich für Produkt und Strategie, freut sich über den guten Start seiner ehemaligen Studentin. Er berichtet, dass auch viele ihrer Kommilitonen gute Chancen hätten. Eine junge Frau konnte sich zwischen zwei renommierten Unternehmen entscheiden, andere suchen momentan nach einem Platz in einem Masterstudiengang. „Wir wollen Kontakt halten, um die Studierenden auf dem Weg ins Arbeitsleben zu unterstützen“, so Krämer. Die Rückmeldung aus der Kreativwirtschaft über die Qualität der Ausbildung sei durchweg positiv, er sehe deshalb alle Absolventen auf einem guten Weg, sagt der BGBA-Dozent.

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