Nidderau

„Wir müssen die Arbeit verteilen“

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Der Schlosskeller Windecken wird ab 2017 vom Kulturverein betrieben. Der Vereinsvorstand lädt ein zum Grillfest mit Diskussion über die Zukunft des Schlosskellers am Freitag, 2. September, ab 19 Uhr.

Nachdem der Windecker Schlosskeller in den vergangenen Jahren bereits mehrmals vor dem Aus stand, gibt es nun wieder eine neue Entwicklung: Wie die Pächterin und Betreiberin Nicole Stahlberg den Mitgliedern des vor drei Jahren zur Rettung der Einrichtung gegründeten Kulturvereins Windecker Schlosskeller mitteilte, kann und will sie aufgrund beruflicher Entwicklungen den Schlosskeller nicht mehr alleine führen. Sie habe deshalb den Pachtvertrag zum Ende des Jahres gekündigt, sagte Stahlberg.

Dennoch soll es in Windecken mit dem Kulturprogramm weitergehen, denn der Kulturverein wird den Betrieb ab dem 1. Januar 2017 übernehmen. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins wurde Stahlberg zur Vorstandsvorsitzenden gewählt, Gina Brix, Sascha Klöber, Simone Patter und Achim Müller bilden den (erweiterten) Vorstand.

Stahlberg, die den Schlosskeller 14 Jahre lang alleine geleitet hat, sagt, dass sie nun beruflich eine andere Richtung einschlagen möchte. Die Zeit hinter der Theke sei schön gewesen, aber es sei für die 47-Jährige nun Zeit, etwas anderes zu machen. Nachdem sie ein Studium der Sozialen Arbeit abgeschlossen hat, suche sie nun eine Vollzeitstelle. Daneben könne sie nicht, wie bislang, sämtliche Arbeiten wie die Buchhaltung, das Booking und den Betrieb der Gaststätte stemmen.

Große Hilfe gewesen

Als der Kulturverein gegründet wurde, sei das für sie eine große Hilfe gewesen, so Stahlberg, deshalb sei sie auch sehr froh, dass es zu einer solchen Lösung kommen konnte. Auch wenn sie den Vereinsvorsitz inne habe, sei sie fest entschlossen, viele Aufgaben abzugeben. Nach einigen Höhen und Tiefen mit ihrem „Baby“, wie Stahlberg den Schlosskeller nennt, könne sie sich, wenn auch schwer, von ihm trennen. Um den Betrieb fortan im Ehrenamt führen zu können, brauche es jedoch noch mehr Unterstützung. Von den 80 Mitgliedern des Kulturvereins arbeiten im Moment sechs tatkräftig mit – doch das reiche bei weitem nicht, sagt Stahlberg.

Deshalb habe der Vorstand auch alle zu einem Grillabend eingeladen, um über die künftige Aufteilung der Arbeit zu sprechen (siehe Hinweis). „Es ist klar, dass wir die Arbeit verteilen müssen – das ist so nicht zu stemmen. Es geht uns aber auch darum, neue Ideen für den Schlosskeller zu generieren und die Mitglieder mit ihren Vorstellungen zu Wort kommen zu lassen.“

Was am Timing der Entscheidung kurios ist: Vor wenigen Tagen meldeten sich Fans des Schlosskellers und fragten besorgt nach, warum im Internet der Verkauf der Burg Wonnecken – der Heimat des Schlosskellers – inseriert werde. Die Eigentümer hätten die Anzeige lediglich zur „Marktanalyse“ eingestellt, es stehe kein Verkauf an, hieß es daraufhin. „Dass das mit meiner Entscheidung, den Betrieb zu übergeben, zusammenfällt, ist reiner Zufall“, sagt Stahlberg dazu. Der neue Mietvertrag sei nicht in Gefahr, unterschrieben sei jedoch bis jetzt noch nichts.

Der Vereinsvorstand lädt ein zum Grillfest mit Diskussion über die Zukunft des Schlosskellers am Freitag, 2. September, ab 19 Uhr. Es gibt Salate, Brote und ein Freigetränk, Grillgut sollte mitgebracht werden.

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