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Die Kleinsten brauchen besondere Aufmerksamkeit.

Hanau

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Mit einer Weiterbildung wollen die Kathinka-Platzhoff-Stiftung und die Volkshochschule Hanau dazu beitragen, dass Kinder unter drei Jahren noch kompetenter betreut werden.

„Fachkraft für Kleinstkindpädagogik“ heißt der neue Kursus, in dem es um Windeln und Erste Hilfe ebenso geht wie um Selbsterfahrung, die Familien der Kinder und Erkenntnisse der Hirnforschung. Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer, die schon mit sehr kleinen Kindern arbeiten, zum Beispiel Erzieher, pädagogische Fachkräfte an Kitas, Sozialassistentinnen sowie Tagesmütter und -väter.

32 Tage dauert die Weiterbildung, gestreckt über 22 Monate und aufgeteilt in elf Module von zwei bis drei Tagen von Donnerstag bis Samstag. Am Schluss steht eine Prüfung.

Mit 950 Euro für den gesamten Kurs liegen die Kosten am unteren Ende für berufliche Weiterbildungen. Möglich ist das, weil die in Hanau ansässige Kathinka-Platzhoff-Stiftung einen großen Teil der Kosten trägt. Den genauen Betrag will die Stiftung nicht nennen, es seien aber rund 70 Prozent der Kosten, sagt Stephanie Kämmerer, die die Familienakademie der Stiftung leitet.

Lücken in der Ausbildung

Kämmerer hat mit der Leiterin der Volkshochschule, Elke Hohmann, die Module erarbeitet. Dabei diente ein Konzept des Volkshochschulverbands Niedersachsen als Grundlage.

Die Familienakademie, die im März 2013 gegründet wurde, hat Kurse, Vorträge und Aktionen für Fachleute, Eltern und Kinder im Programm. Die schon bestehende „Lernwerkstatt U 3“ wird nun um die fast zweijährige Weiterbildung ergänzt. Hintergrund seien auch Erfahrungen in den beiden eigenen Kindertageseinrichtungen, sagt Stiftungsgeschäftsführer Thorsten Hitzel. In Bewerbungsgesprächen habe er festgestellt, dass in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher die Fähigkeiten für die Betreuung der Kleinsten „nicht vermittelt werden können“, sagt Hitzel. Die Konsequenzen, die sich verändernde Familienkonstellationen hätten, könnten in der Ausbildung nicht aufgefangen werden.

Für die Inhalte haben die ausgebildete Diplom-Sozialarbeiterin Kämmerer und die Diplom-Sozialpädagogin Hohmann auch eigene Schwerpunkte gesetzt, zum Beispiel den systemischen Ansatz. Dabei werde nicht das Kind isoliert betrachtet, sondern das ganze Umfeld, sagt Kämmerer. Die Frage laute: Wo hat das Kind sein Verhalten gelernt? „Jedes Kind bringt seine Familie mit“, heißt ein Modul. Der dritte Kooperationspartner ist das „Praxis Institut für systemische Beratung“, das eine Zweigstelle in Hanau hat.

Hohmann und Kämmerer hoffen nun, dass sich noch einige Fachkräfte anmelden. Nur dann kann die Weiterbildung wie geplant im Februar 2015 starten.

Die Weiterbildung Fachkraft für Kleinstkindpädagogik läuft an 32 Tagen von Februar 2015 bis November 2016. Mitmachen kostet 950 Euro, Infos unter www.kp-stiftung.de und bei der Familienakademie unter Telefon 0 61 81 / 25 90 62.

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