Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gewerbegebiet07_171220
+
Im Gewerbegebiet Limes stehen bereits zwei riesige Lagerhallen.

Hammersbach

Weg frei für drittes Großlager

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
    schließen

Die Behörde erlaubt den Ausbau von Gewerbegebiet „Limes“ bei Hammersbach. Dafür verschwinden gut zehn Hektar Ackerland.

Die Kammer des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main hat gestern dem Ausstellungsbeschluss für eine Erweiterung des umstrittenen interkommunalen Gewerbegebiets „Limes“ bei Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis) mehrheitlich zugestimmt, mit Gegenstimmen der Grünen, heißt es vom Verband.

Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) hatte zur Änderung des Flächennutzungsplans einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat bereits in einer Stellungnahme das Vorhaben positiv beschieden. BUND-Hessen und Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt sprechen in einer gemeinsamen Stellungnahme von einer „Nacht- und Nebelaktion“, um ein drittes, großes Logistikzentrum durchzupeitschen, das zum Teil auf landwirtschaftlicher Vorrangfläche entstehen soll.

„Mit dem Dringlichkeitsantrag haben wir gut zwei Monate gewonnen“, sagt Verbandsdirektor Horn auf Anfrage der FR. Nunmehr könne voraussichtlich im Spätsommer kommenden Jahres der Vorgang zur Änderung des Flächennutzungsplans abgeschlossen sein.

Die dritte Lagerhalle mit rund 40 000 Quadratmeter will der saarländische Elektrokomponentenhersteller Hager Group für zunächst zehn Jahre mieten. Bauherrin ist die Dietz AG aus den südhessischen Bensheim.

Bauherrin ist die Dietz AG

Das Unternehmen ist spezialisiert auf Gewerbe- und Industrieimmobilien und baute auf „Limes“ bereits eine große Halle für den französischen Logistiker ID Logistics, der für Amazon arbeitet, und den US-amerikanischen Möbelversandhändler Wayfair. Mit dem dritten Lager verschwinden gut zehn Hektar Ackerland.

„Corona hat uns gezeigt, dass wir dringend weitere Logistikzentren brauchen“, sagt Horn. Das zurzeit rund 24 Hektar große Gebiet, das im Zweckverband „Limes“ von den Kommunen Hammersbach, Limeshain und Büdingen (beide Wetterau) vermarktet wird, sollte ursprünglich doppelt so groß ausfallen. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt genehmigte damals nur die Hälfte ob der nicht zu erwartenden Nachfrage. Für Horn ist „Limes“ ein Vorzeigeprojekt, denn Logistik sei nicht überall erwünscht: „Limes“ sei nicht nur relevant für die drei Kommunen und ihre Einnahmen, sondern systemrelevant für die ganze Region. Allerdings hat die Logistikfläche nicht nur verkehrstechnisch für Anwohner eine Kehrseite. „Schon wieder soll guter Ackerboden unter einer Logistikhalle verschwinden und der Erzeugung regionaler Nahrungsmittel dauerhaft und unwiederbringlich entzogen werden“, notiert Andrea Rahn-Fahr, Vorsitzende des Regionalbauernverbands. Ackerboden sei weltweit und regional ein wertvolles Gut. „Das dortige Gebiet ist Vorranggebiet Landwirtschaft und soll es auch bleiben!“

Werner Neumann vom BUND-Landesverband warnt, dass schon die zweite Logistikhalle erhebliche Schäden bei Klimaschutz, Grundwasser und Entwässerung nach sich ziehen könne. Der BUND hat bereits bei zwei geplanten Logistikzentren an der A45 einen gerichtlichen Baustopp erwirkt, etwa für das Rewe-Lager bei Wölfersheim.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare