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Die Künstler reisen mit den Wanderbienen entlang der Regionalpark-Rundroute.

Maintal/Niederdorfelden

Die Wanderbienen kommen

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Das Künstler-Imker-Duo „finger“ macht Halt an der Hohen Straße. Besucher können die Bienenkästen betrachten und, je nach Wetterlage und Stimmung der Bienen, auch öffnen.

"Faszinierend“ seien Bienenvölker, sagt Andreas Wolf, der mit Florian Haas das Künstlerduo „finger“ bildet. Die Sozialstaatlichkeit der Völker zum Beispiel sei ein bemerkenswerter Aspekt. Wie organisieren sich Bienen im Vergleich zu menschlichen Gesellschaften? Eine von vielen spannenden Fragen.

Wolf und Haas beschäftigen sich in ihrer Arbeit deshalb schon seit Jahren auf vielfältige Weise mit Bienen und sind nicht nur Künstler, sondern auch Imker. Sie haben unter anderem ein Museum für Bienen entworfen. An diesem Freitag kommen sie mit ihrem Projekt Wanderbienen, bei dem sie mit dem Regionalpark Rhein-Main kooperieren, an die Hohe Straße. Sie sind von 15 bis 19 Uhr an der Hohen Straße zwischen Niederdorfelden und Maintal-Wachenbuchen, in der Nähe der Leseecke Wachenbuchen und dem Lausbaum, und laden alle Interessierten ein. Das Künstlerduo knüpft an die Tradition der Wanderimkerei an: Wolf und Haas reisen mit drei gestalteten Bienenwagen und neun Bienenvölkern entlang der etwa 200 Kilometer langen Regionalpark-Route. Sie kümmern sich als Imker um die Bienen, setzten sich mit Themen wie Bienenleben und -sterben auseinander, informieren darüber und inszenieren das Projekt künstlerisch. Die Bienen leisten dabei einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.

Auf einem zum Bienenwagen umgebauten Fahrradanhänger sind die Bienen auf den Berg der Hohen Straße transportiert worden. Besucher können die Bienenkästen betrachten und, je nach Wetterlage und Stimmung der Bienen, auch öffnen. Schutzkleidung ist vorhanden. Außerdem kann man den ersten Regionalpark-Honig probieren.

Im Spätsommer bieten die kleinen Wäldchen an der Hohen Straße den Bienen noch genug Ertrag, während woanders die Saison der Nahrungsspender zu Ende geht. Als Alternative sammeln sie Honigtau und verarbeiten ihn zu Waldhonig. Honigtau stammt nicht direkt von Bäumen, es ist ein zuckerhaltiges Produkt von den auf Bäumen lebenden Läusen. Die Standorte für die Wanderbienen werden danach ausgesucht, wo gerade was blüht. Im Labor lässt sich analysieren, welche Pollen im Honig sind. So liefert er eine Art Abbildung der jeweiligen Landschaft, sagt Wolf, und nennt damit einen weiteren faszinierenden Aspekt.

Infos auf www.wanderbienen.de.

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