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Bei "Wall Art" (Mauer-Kunst) des städtischen Jugendbildungswerkes (JBW) arbeiten rund 20 Kinder und Jugendliche in den Ferien mit dem Hanauer Künstler "Rautie" zusammen. Die Stiftung der Sparkasse Hanau spendierte dafür 10.000 Euro, 5000 Euro das JBW. Dafür werden 70 Quadratmeter Wand mit Motiven nach Märchen der Brüder Grimm professionell verschönert.
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Bei "Wall Art" (Mauer-Kunst) des städtischen Jugendbildungswerkes (JBW) arbeiten rund 20 Kinder und Jugendliche in den Ferien mit dem Hanauer Künstler "Rautie" zusammen. Die Stiftung der Sparkasse Hanau spendierte dafür 10.000 Euro, 5000 Euro das JBW. Dafür werden 70 Quadratmeter Wand mit Motiven nach Märchen der Brüder Grimm professionell verschönert.

Hanau

"Wall Art" à la Brüder Grimm

Graue Wände werden bunt. 20 Kinder und Jugendliche aus Hanau bemalen in ihren Ferien leere Flächen mit Märchenmotiven im Comic-Stil - mit Unterstützung eines echten Profis. Von Ute Vetter

Von Ute Vetter

"Ich hab die Rosen ausgemalt. Wo ist denn die schwarze Farbe? Der Grasbüschel gehört da nicht hin!" Alle fünf Sekunden wird der Hanauer Maler, Illustrator, Comic-Künstler und Trickfilmer "Rautie" alias Michael Rautenberg (42) von 20 Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren etwas gefragt. Alle haben Pinsel und Farbe in Bechern in der Hand, einige tragen weiße Overalls wie Spurensicherungsexperten, andere alte Hemden. Mit Farbe besprenkelt sind trotzdem alle.

Hinzu kommen noch Passanten, die an der Ramsaystraße und am Sandeldamm stehenbleiben, Fragen stellen und Lob verteilen: "Das sieht sehr schön aus", urteilt ein älteres Ehepaar, eine Dame hört gar nicht mehr auf zu fragen.

Die hässliche Wand der alten Industriehalle der Wäscherei Transchel ist am Dienstag bereits großteils bemalt. Etliche Farbeimer und -flaschen stehen auf Papierplanen. Rund 60 Quadratmeter Fläche bietet die Mauer, die jetzt Motive nach Märchen der Brüder Grimm zeigt.

Hier wird nicht gesprayt, sondern gemalt

"Rautie" hat die Umrisse aufgetragen. "Das wäre zu kompliziert für die Kinder gewesen, die Proportionen sind schwer", verrät er. Und nennt den Unterschied zu Graffiti: "Wir sprühen nicht mit Farbdosen, sondern malen mit Wand- und Acrylfarben." Er lacht: "Farbdosen sind sowieso viel teurer als Wandfarbe." Der Stil erinnert an Comics.

Anna Jagust (29), Diplom-Sozialpädagogin beim städtischen Jugendbildungswerk (JBW) und verantwortlich für das Projekt, legt zur selben Zeit mit sechs Nachwuchskünstlern letzte Hand an, um ein großes Wandbild zu vollenden. Es verschönert das triste Stromhäuschen neben dem Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler Haus am Sandeldamm. "Wir sind schon seit zwei Jahren hier, aber jetzt war es das erste Mal, dass Nachbarn auf uns zukamen. Sie loben das Wandbild mit dem Motiv Hänsel und Gretel."

Die Märchen der Brüder Grimm liefern die Vorlagen

Motive der Volksmärchen der Brüder Grimm für das "Wall Art"-Projekt zu benutzen, war die einzige Vorgabe der Stadt gewesen, erklärt Jagust. "Wir hatten drei Monate Vorlaufzeit, haben uns donnerstags im Kreativ-Café mit den Grimms und ihren Märchen beschäftigt, Entwürfe gezeichnet."

Das Projekt sei wichtig für die Jugendlichen, "sie sind bei uns freier und damit kreativer als etwa in der Schule." Und: Sie lernen, dass sie auch mal Fehler machen können, sie analysieren sich und ihr Tun, helfen sich selbst und anderen." Sogar Regenwetter hielt niemanden ab: "Alle wurden nass, aber das war okay." Und die Märchen der Brüder Grimm kennen alle Kinder, auch jene mit Migrationshintergrund.

Lisa Dönges (15), Jenny Klassert (13) und Lisa Reetz (14) finden das Projekt toll. "Es macht Spaß. Wir sitzen nicht zu Hause rum, tun was zusammen." Chenoa Rosen (10) erzählt, ihr Malkurs in Steinheim sei ausgefallen, da habe ihr Opa im Internet nach einem Ersatz gesucht. Und Canan Hakgören (18) sagt: "Wir beleben das Stadtbild. Es ist schön, sich künstlerisch zu betätigen."

Derweil sind die Jungen mit "Rautie" in der Ramsaystraße aktiv. "Es macht viel Spaß, sonst wären wir ja nicht hier", sagt der kräftige Hakan Durak (12). Bastian Weitz (10) ruft: "Brüder Grimm hat halt nicht jede Stadt!" Kürsag Coskun (13) macht lieber auf cool und rührt wortlos mit dem Zeigefinger in schwarzer Farbe. Kadir Palabiyik (11) aber bringt´s auf den Punkt: "Wir malen hier öffentlich. Das ist toll."

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