Das Team um Kukste-Vorstand Stefan Gessner (Mitte) bringt Metal nach Hanau.
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Das Team um Kukste-Vorstand Stefan Gessner (Mitte) bringt Metal nach Hanau.

Hanau Metal-Open-Air

„Wacken fing auch mal klein an“

Am Samstag startet Hanaus erstes Metal-Open-Air. Fünf Bands werden auftreten. Den Erlös aus dem Konzert wollen die Veranstalter für den Schutz von Meerestieren spenden.

Von Sebastian Meineck

Sie geben sich martialische Namen wie „Stagewar“ oder „Holy Moses“. Bei ihren Konzerten schleudern hunderte Fans ihre Köpfe umher und lassen die Haare wirbeln. Die Rede ist von Metal-Bands, deren Musik sich durch rasante Schlagzeugrhythmen und aggressiv-knurrenden Gesang auszeichnet.

Fünf dieser Bands treten in Steinheim auf, zum „ersten Metal-Open-Air in Hanau“, wie Organisator Stefan Gessner vom Kunst- und Kulturförderverein Steinheim (Kukste) betont. Gespielt wird auf dem Gelände des Sportvereins Germania Steinheim am Hellenhang, deshalb wurde das Konzert klangvoll „Hell’n’Hang 2013“ getauft. Und da der Hellenhang außerhalb des Orts liegt, muss sich niemand von zu lauter Musik gestört fühlen.

Ein großes Zelt soll bei schlechtem Wetter Schutz bieten, bei Sonne wird es zur Wiese hin geöffnet. Bis zu 500 Leute passen hinein. „Aber wenn 300 kommen, sind wir schon sehr zufrieden“, sagt Stefan Gessner. Zusammen mit dem Team eines Tattoo- und Piercing-Studios aus Gründau hat er den Plan gefasst, Metal nach Hanau zu bringen.

Holy Moses tritt auf

„Wir hatten ein Konzert von Sapiency im März“, erzählt Gessner. „Die Bude war voll, das Publikum war begeistert und absolut friedlich.“ Tine Lenk vom Tattoo-Studio kennt die Metal-Szene: „Viele Bands sind Kunden bei uns“, erzählt sie. „Man lernt sich kennen und grillt auch mal zusammen.“ Wenn es gut läuft, könnte sich „Hell’n’Hang“ sogar dauerhaft in Hanau etablieren. „Wacken fing auch mal klein an“, sagt Gessner.

Die bekannteste Band, die die Organisatoren gewinnen konnten, ist „Holy Moses“, die seit mehr als 30 Jahren im Geschäft ist. Die Band spielt „Thrash Metal“, der Begriff ist abgeleitet vom englischen Verb für dreschen, prügeln. Auch „Stagewar“ aus Bad Homburg spielt „Thrash Metal“, die Bands „Sapiency“ aus Frankfurt und „DieVerstiy“ aus Würzburg sind für Melodic Death Metal bekannt. „An Ocean Between Us“ mit Musikern aus Hanau und Frankfurt machen modernen, harten Metal.

Einen Kontrakpunkt gibt es zum Auftakt: Der Fanfarenzug der Steinheimer Karnevalsgesellschaft spielt mit Hits von AC/DC auf. „Wir haben sie aus Spaß gefragt, und die waren gleich begeistert“, sagt Stefan Gessner.

Den Erlös wollen die Veranstalter spenden. Die Bands verzichten für den guten Zweck auch auf eine volle Gage. Noch mehr Geld erhoffen sich die Macher des Festivals von einer Tombola.

Facebook-Seite eröffnet

Mit den Gesamtbetrag soll die weltweit operierende „Sea Shepherd Conservation Society“ unterstützt werden, die während des Abends mit einem Infostand vertreten sein wird. Sea Shepherd setzt sich seit 1977 international gegen die Jagd auf Wale, Haie und Robben ein. Zum Beispiel versuchen die Tierschützer, die unter einer abgewandelten Piratenflagge fahren, Walfang-Schiffe zu behindern. Eine Filmdokumentation aus dem Jahr 2011 gibt dem Gründer und ehemaligem Vorsitzenden Paul Watson den Beinamen „Öko-Terrorist“. Es gibt außerdem mittlerweile eine Fernsehserie über die Aktivisten, sie heißt „Whale Wars“.

Die Namen klingen nach extrem radikalen Tierschützern. Doch Tine Lenk erklärt: „Bei den Aktionen von Sea Shepherd werden keine Menschen verletzt.“ Der Chef des Tattoo-Studios, Michael Huth, unterstützt die Tierschützer seit den Neunzigern.

Um Metal-Bands und deren Fans für Sea Shepherd zu gewinnen, hat Mitveranstalterin Bianca Bröning im März die Facebook-Seite „Metalheads for Sea Shepherd“ gegründet, der bisher schon 66 Bands beigetreten seien. Und Kollegin Tine Lenk betont, es ginge Sea Shepherd nicht nur um einzelne Tierarten, sondern um das gesamte Ökosystem. „Dafür braucht man Aufmerksamkeit und das ist die Message von Hell’n‘Hang“, sagt sie.

Tickets gibt es für 12 Euro im Café Huttenhof, Hans-Sachs-Straße 3, und über tickets@kukste.de. Beginn ist am Samstag, 14. September, 17 Uhr am Hellenhang in Steinheim, auf dem Gelände der Sportvereinigung Germania in der Darmstädter Straße 186.

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