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Vertrauen gestört

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Gelnhausen Stadt will ohne Renertec in Windkraftanlagen investieren

Der Gelnhäuser Bürgermeister Thorsten Stolz (SPD) hat den Glauben am Unternehmen Renertec verloren. Die Brachttaler planten, auf der höchsten Erhebung im Büdinger Wald, den „Vier Fichten“, einen Windkraftpark zu bauen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat dort grünes Licht für bis zu zwölf Anlagen mit einer Bauhöhe von rund 200 Meter (Rotorspitze bis Boden) gegeben. Das Großprojekt wurde im März 2012 vorgestellt. Die Baukosten sind mit mehr als 60 Millionen Euro angegeben worden. Einige Kommunen malten sich eine Beteiligung und gute Einnahmen aus.

In manchem Rathaus ist jedoch die Europhorie der Ernüchterung gewichen , beispielsweise in Gelnhausen. In einer Mitteilung berichtet Rathauschef Stolz: „Mehrfach, sogar noch in den letzten Tagen, habe ich nachgehakt, damit wir als Stadt direkt Kontakt mit dem Energieversorger aufnehmen können, um über eine Beteiligung am Windparkprojekt zu sprechen.“ Zufriedenstellende Antworten von Renertec seien aber ausgeblieben.

Städte gehen eigenen Weg

Der Sozialdemokrat hatte jüngst dem Unternehmen vorgeworfen, die Vier Fichten an einen „Großinvestor verhökert“ zu haben, hinter dem mutmaßlich ein Energieversorger stehe. Renertecs Verhalten sei alles andere als transparent und vertrauensvoll“, moniert Stolz, der nur mit der Stadt Wächtersbach eigene Wege gehen will.

Auch diese Kommune hat sich inzwischen von Renertec abgewendet und will nun die Windkraftanlagen auf ihrer Gemarkung mit einem anderen Partner verwirklichen, zitiert Stolz den Ersten Stadtrat Andreas Weiher (SPD). Der Stadt soll mittlerweile eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorliegen. Für Thorsten Stolz steht fest, eine dezentrale Energiewende „von unten“ sei nur zu realisieren, wenn die Kommunen mitentscheiden und mitprofitieren. (sun.)

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