Hanau

Verschwistert nach einem 7:3

  • vonFrank Sommer
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Seit 50 Jahren währt Hanaus Städtepartnerschaft mit Conflans nun schon. Ihren Anfang fand die Verschwisterung in einem Fußballspiel. Initiiert wurde die Freundschaft von einem Großauheimer.

Schon 1962 versuchte das damals noch eigenständige Großauheim durch private Initiative erste Kontakte mit einer französischen Stadt zu entwickeln. Und dass 1965 ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet werden konnte, ist nicht zuletzt einem Fußballspiel zu verdanken.

Manfred Greb vom Partnerschaftskomitee hat die Vorgeschichte der Städtepartnerschaft nachgezeichnet: Die ersten Kontakte mit der rund 27 Kilometer nordwestlich von Paris gelegenen Stadt Conflans-Sainte-Honorine gehen auf den Großauheimer Christian Wissel zurück, der 1962 für Hainstadt in Sachen Partnerschaft tätig war. Zusammen mit Eugène Berruier, dem Bürgermeister von Conflans, entwickelte er die Idee der Verschwisterung. Ein erstes Kennenlernen der Bürger beider Städte sollte durch ein Fußballspiel erfolgen. Für 1964 wurden zwei Freundschaftsspiele der Jugendmannschaft und der 1. Mannschaft des VfB 06 Großauheim und der Union Sportive Conflans (USC) verabredet. Als Termin wurde der 6. September 1964 festgesetzt. Großauheims Bürgermeister Hans-Helmut Kämmerer organisierte mit dem Freundschaftskomitee ein dreitägiges Besuchsprogramm für die Gäste, zudem mussten Familien gefunden werden, die die Gäste bei sich aufnahmen.

„Es entwickelte sich eine große Bereitschaft, die französischen Gäste in Privatquartieren unterzubringen, trotz der vor 50 Jahren sicher nicht immer leichten Wohnverhältnisse“, sagt Greb. Fehlende Fremdsprachenkenntnisse auf beiden Seiten seien mit gutem Willen und Verständigung mit „Händen und Füßen“ kompensiert worden.

Am Samstag, den 5. September kamen die französischen Fußballer in Großauheim an. Es folgten ein Empfang im Bürgerhaus, eine Stadtbesichtigung und die legendären Spiele der Jugend- und der ersten Mannschaften.

Gespielt wurde auf dem Sportgelände „An der Lindenau“, der heutigen Rue de Conflans. Bei beiden Spielen siegten die Gastgeber, 5:1 beim Jugendspiel und 7:3 bei dem Spiel der Erwachsenen. Dass die Gäste dies mit Humor nahmen, beweist das Dankesschreiben von Bürgermeister Berruier drei Tage nach dem Treffen: der anstrengenden Reise und dem ausgedehnte Zusammensein am Samstag seien die Niederlagen geschuldet.

Den Wettkampf lobte Berruier als fair und das Kennenlernen als freundschaftlich und gelungen. „Mit einem Wort, wir haben das Ziel erreicht, das wir gegenseitig gesteckt haben“, heißt es in dem Schreiben. Im darauffolgenden Jahr unterzeichneten Großauheim und Conflans die Städtepartnerschaft.

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