Hanau

Verein sucht Zuhause

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Der schwul-lesbische Verein Queer-Hanau sucht nach eigenen Räumlichkeiten. Bisher gibt es keinen Vereinsmittelpunkt, an dem sich die Mitglieder und Interessierten treffen könnten und der den Verein als solchen auch zusammenbringe.

Vor zweieinhalb Jahren hat sich der Verein Queer-Hanau gegründet, der seitdem für die Interessen von Schwulen, Lesben oder Transgender eintritt. „Seitdem sind wir immer in verschiedenen Kneipen übers Stadtgebiet verstreut anzutreffen“, sagt Mascha Jung, erste Vorsitzende von Queer-Hanau, denn ein eigenes Vereinsheim besitzt der Verein nicht. Nun sucht der Verein mit seinen über 60 Mitgliedern dringend eine dauerhafte Bleibe.

„Bisher sind wir einmal donnerstags im Monat im Nachbarschaftshaus Tümpelgarten anzutreffen, aber das reicht einfach nicht“, sagt Jung. Zumal während der Ferien die Räume dort nicht genutzt werden könnten. Es fehle an Büroräumlichkeiten, einem Lager oder einem teilbaren Veranstaltungssaal für Discos oder Workshops. „Ideal wäre eine eigene Küche für Kochkurse und eine Theke zum Feiern“, sagt Jung.

Einen Vereinsmittelpunkt gebe es nicht, an dem sich die Mitglieder und Interessierten treffen könnten und der den Verein als solchen auch zusammenbringe. Dabei wären feste, geschützte Räume für regelmäßige Veranstaltungen wie Kunstkurse oder Seminare zur Selbstsicherheit insbesondere für Transgender wichtig. „Sie fallen eben optisch etwas mehr auf, daher wäre ein geschützter Raum besser“, sagt Jung. Denn Bedarf an Beratung und Austausch mit anderen, ob hetero-, homo- oder bisexuell oder transgender gebe es nach wie vor.

Queer-Hanau setzt in Sachen Vereinsheim alle Hoffnungen auf die Stadt. Um Räumlichkeiten selbst anzumieten, fehlt es dem Verein an Geld. Mit zwölf Euro Jahresbeitrag ist die Mitgliedschaft günstig, eine bewusste Entscheidung, wie Jung sagt: „Hohe Beiträge schrecken ab.“ Zumal der Schritt, sich durch die Mitgliedschaft zu outen, für manche ohnehin schon schwer sei.

„Daher sind wir auf die Förderung der Stadt angewiesen, um dann auf eigenen Füßen zu stehen“, sagt Jung. Zwar habe man die Stadt schon wegen Räumlichkeiten angeschrieben, aber bisher noch keine Antwort erhalten. Zur Zeit ist Queer-Hanau dabei, zusammen mit Pro Familia und der Aids-Hilfe eine Queer-Community zu gründen, um das gemeinsame Angebot an Beratung, kulturellen Veranstaltungen oder politischem Engagement gezielter in die Öffentlichkeit zu bringen.

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