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Bei Radsportlern und -pendlern beliebt ist der Main-Uferweg, der zumindest morgens eine flotte Fahrt ermöglicht.

Hanau

Variante mit geringer Chancen

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Die Realisierung einer Trasse für einen Radschnellweg nach Frankfurt an der künftigen S-Bahnstrecke dauert zu lange.

In rund 30 Minuten mit dem Fahrrad nach Frankfurt ist keine ferne Utopie. Im Frühjahr ist eine Absichtserklärung für einen Radschnellweg Frankfurt-Hanau von den Städten Frankfurt, Hanau und Maintal sowie vom Regionalverband unterzeichnet worden. Zurzeit läuft eine Machbarkeitsstudie zur Trassenführung. Eine mögliche Variante scheint bereits herausgefallen zu sein. Zeitgleich wird an einer Verbesserung der Infrastruktur für Velo-Nutzer in Hanau gearbeitet.

Ohne Umwege, möglichst ohne enge Kurven und ohne kräfteraubende Steigungen sowie kreuzungs- und ampelfrei soll der Schnellweg konzipiert werden. Eine erste Überlegung, die Radlertrasse entlang der künftigen Nordmainischen S-Bahn laufen zu lassen, weil dort ohnehin Baustraßen für die neuen Gleise entstehen, würden das Vorhaben mutmaßlich zu sehr auf die lange Bank schieben. Wegen Verzögerungen wird mit einem Baubeginn nicht vor 2022 gerechnet, hinzu kämen sechs Jahre Bauzeit, erst dann sei der Radschnellweg zu realisieren, sagt Hanaus Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Das dauert zu lang, steht für ihn fest.

Keine Ausflugsstrecken

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Main-Kinzig hält den Zeitraum für inakzeptabel. „Jetzt wird es schwieriger eine Trasse zu finden“, teilt ADFC-Pressemann Jörg Brauns mit. Nun müssten wohl bestehende Radwege in die Planung einbezogen werden. Allzu touristisch befahrene Strecken sollten es nicht sein, um Pendler nicht auszubremsen. Und auch Querungsverkehr von Autos sollte ausgeschlossen werden. „Jeder Halt nimmt den Schwung aus der Fahrt heraus und Rot-Zeiten an Ampeln sind für Radfahrer in der Regel oft ungünstig geschaltet.“ Zudem müsse die Trasse nahezu eben verlaufen, die landschaftlich schöne Strecke auf der Hohen Straße scheidet nach Auffassung des ADFC damit aus.

Für den ADFC-Vorsitzenden Ulrich Klee ist ein Schnellweg eine echte Alternative zum Pendeln mit dem Auto, auch dank der heutigen Fahrradtechnik. „Ich sehe immer mehr Menschen mit dem Pedelec zur Arbeit fahren“, sagt Klee, der selbst seit Jahren auf dem Rad nach Frankfurt pendelt. Der Elektrohilfsmotor in Pedelec lässt eine kraftsparende Fahrt zu. „Und im Büro kann der Akku wieder aufgeladen werden.“

Velo-Parkhaus in Planung

Laut Klee ist bei der Machbarkeitsstudie auch die Frage aufzugreifen, „ob ein Radschnellweg für eine attraktive Verbindung nach Frankfurt ausreicht“? Gute Anbindungen etwa an Neubaugebiete werden zum Umsteigen auf das Rad beitragen. Auch in Hanau soll sich bis zur Eröffnung der Velo-Strecke für Radler einiges verbessern. Kowol zufolge werde geprüft, wie es vom Schnellweg im Westen der Stadt am zügigsten in die Innenstadt und zum Hauptbahnhof geht. Möglicherweise werde in Kesselstadt über die Kinzig ein Steg gebaut. Und am Hauptbahnhof laufe die Prüfung für ein Fahrrad-Parkhaus. Laut Kowol gibt es neben einem Neubau die Option, dafür leerstehende Gebäude auf dem Bahngelände zu nutzen.

Eine Velo-Garage in der Innenstadt wird hingegen noch warten müssen, auch weil dort eine erhöhte Diebstahlsicherheit nicht so dringend sei, so Kowol. Immerhin gibt es mit der Straße Im Bangert schon einen potenziellen Standort und bis es soweit ist, sollen weitere Abstellbügel etwa am Marktplatz und vor dem Forum installiert werden.

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