+
Der Hanauer Hafen ist ein wichtiger Umschlagplatz in der Region.

Hanau

Ursache des Gasunfalls noch unklar

  • schließen

Nach dem Gefahrgutunfall am Hafen ist noch unklar, wie es zu dem Zwischenfall gekommen ist, bei dem rund zehn Kilogramm Hydrazin ausgeströmt sind.

Bei dem Gefahrgutunfall auf dem Gelände der Firma GHC Gerling, Holz & Co im Hafengebiet am Kinzigheimer Weg sind keine chemische Stoffe in die Umwelt gelangt, heißt es auf Nachfrage der FR bei der Betriebsführung. Anwohner etwa in der Wohnbebauung im Kinzigheimer Weg seien nicht gefährdet gewesen. Messungen des Unternehmens und der Hanauer Feuerwehr hätten dies bestätigt, sagt Karsten Wilke, Technischer Leiter bei GHC.

Am Dienstagnachmittag ist die Hanauer Feuerwehr ausgerückt, weil ein Sensor in der Raumluft einer Werkhalle eine Konzentrationsüberschreitung von Hydrazin registriert hatte, sagt Wilke. In der Halle würden Spezialgase auf Mengen für Endabnehmer umgefüllt. An einer Stelle der Anlage soll ein Leck entstanden sein, aus dem rund zehn Kilogramm Hydrazin entwichen seien soll. Mit dem Gasalarm habe ein Bediener in einem getrennten Kontrollraum die Anlage heruntergefahren, sagt Wilke.

Anlage vorerst abgeschaltet

Die Chemikalie habe wegen der geschlossenen Halle nicht in die Umwelt gelangen können. Mit einer installierten Berieselungsanlage sei das Gas niedergeschlagen, die Abluft sei von einem Wascher gereinigt worden. Wie Wilke berichtet, seinen Mitarbeiter des Unternehmens für den Einsatz bei Zwischenfällen geschult. Sie hätten auch in Spezialanzügen mit Unterstützung der Feuerwehr die Unfallstelle dekontaminiert.

Die Umfüllanlage bleibt bis auf Weiteres abgeschaltet, teilt Wilke mit. „Zunächst müsse wir die Leckage genau ermitteln und die Ursache erforschen, warum es dazu gekommen ist“, sagt Wilke. Dies werde in Zusammenarbeit mit der Genehmigungsbehörde geschehen, dem Regierungspräsidium Darmstadt.

Laut Wilke habe es bei GHC, die seit 1945 im Hafengebiet und seit den 1970er Jahren im Kinzigheimer Weg einen Standort betreiben, zumindest in den vergangenen zwei Jahrzehnten kein Zwischenfall in der Größenordnung wie am Dienstag gegeben, zu dem laut Wilke mehr als ein Dutzend Feuerwehrwagen anrückten.

Der Stammsitz von GHC liegt in Hamburg, in der Hanauer Dependance sollen rund 70 Personen arbeiten. Für den Standort gilt die Seveso-II-Richtlinie wegen der zum Teil hoch gefährlichen und explosiven Gase. Hydrazin wird als „hoch giftig“ ein gestuft. Es kann etwa Lungenschäden verursachen. Tierversuche haben gezeigt, dass es die Entstehung von Krebs begünstigen kann. Angewendet wird Hydrazin etwa als Korrosionsschutz bei Kesselreinigung oder als Antriebsstoff für Raketen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare