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Die Feuerwehren im Kreis sind für rund 408.000 Einwohner zuständig. Drei Jugendliche haben den Wehren ein Buch gewidmet.

Main-Kinzig-Kreis Feuerwehr

Über 500 Stunden unterwegs

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Jugendliche erarbeiten ein 250 Seiten starkes Buch über die Feuerwehren des Main-Kinzig-Kreises. Es sorgt deutschlandweit für Interesse. Das Engagement der jungen Leute für den Brand- und Katastrophenschutz endet mit dieser Publikation nicht.

Das müsse man ihnen erst einmal einer nachmachen, meinen Yannik Peter, Moritz Busanni und Kilian Trosien mit Blick auf das Buch. Über 250 Seiten stark ist ihre Publikation „Die Feuerwehren im Main-Kinzig-Kreis“ geworden. Die drei sind zwischen 16 und 17 Jahren alt und gehören der Jugendfeuerwehr Freigericht-Somborn an. Das Buch ist ihr Beitrag im Rahmen des Ausbildungsprogramms „Jugendflamme Stufe 3“ der hessischen Jugendfeuerwehren.

Fast ein halbes Jahr haben sie daran gearbeitet, „für diese Qualität ein Rekordtempo“, meint Svenja Moritz. Die Jugendfeuerwehrwartin hat das Projekt der drei Jugendlichen betreut. Neben Aufgaben aus dem technischen Bereich muss bei der „Jugendflamme“ auch eine Themenarbeit abgeliefert werden. „Öffentlichkeitswirksam“, wie es in den Regeln heißt. „Und das ist ihnen eindrucksvoll gelungen“, sagt Moritz. Oft würde ein kleines Theaterstück rund um Brandschutz dafür vorgelegt werden, ein so hochwertiges Buch habe es noch nicht gegeben. Deutschlandweit sorge es nun bei Feuerwehren für Interesse, aus dem ganzen Bundesgebiet seien schon Anfragen gekommen, sagt die 27- Jährige.

„Kreisbrandinspektor Markus Busanni trat mit der Bitte an uns heran, im Rahmen der Projektarbeit eine Chronik der hiesigen Feuerwehren zu erarbeiten“, erinnert sich Svenja Moritz. Bereits 2010 hatte der Kreisfeuerwehrverband diese in Angriff nehmen wollen, doch das Vorhaben wurde eingestellt.

„Anfangs hieß es, wenn wir genug Material für den Altkreis Gelnhausen zusammenbekommen, ist es genug“, meint Moritz, „aber dann wurde es immer mehr und die Jugendlichen packte der Ehrgeiz.“

„Alles auf Anfang“ hieß es für die Jugendlichen, als sie beim ersten Treffen feststellten, dass das vorhandene Material aus dem Jahr 2010 völlig veraltet war. Also wurden Ideen für ein neues Layout und den inhaltlichen Aufbau entworfen und ein Reiseplan festgelegt.

150 Feuerwehren vorgestellt

Bis Mitte August sind sie auf über 500 Stunden und 2000 gefahrene Kilometer gekommen, sagen die Jugendlichen. Natürlich alles in der Freizeit: Nach der Schule, an Wochenenden oder in den Ferien. 150 Feuerwehren galt es schließlich, in Bild und Text vorzustellen – von Hanau über Biebergemünd bis nach Schlüchtern.

Manchmal mussten sie hoch hinaus, meint Moritz. Denn nur von der Drehleiter aus wollten Aufnahmen von manchen Standorten wie Hanau oder Steinau an der Straße gelingen. Mit Humor nahmen es die Jugendlichen, wenn wie in Wächtersbach mitten in der Aufnahme ein Notruf einging. „Alle sorgsam aufgestellten Fahrzeuge mussten dann rasch beiseite gefahren werden“, sagt Moritz, „beim zweiten Termin parkte plötzlich ein Betonmischer im Fuhrpark und wollte dort seine Mittagspause machen.“

Aber nicht nur von Daten über Fuhrparks und Mannschaftsstärken handelt das Buch, es berücksichtigt auch den Katastrophenschutz und Ausbildungslehrgänge der Feuerwehr. Oder den Einsatz der hiesigen Wehren beim Elbe-Hochwasser in Sachsen und Brandenburg.

Ihr Engagement für die Feuerwehr ende mit dem Buch nicht, sagen die Jugendlichen: Alle werden in die Einsatzabteilung überwechseln.

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