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Unterm Rettungsschirm

"Traut euch ein bisschen mehr zu"

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Laut OB Claus Kaminsky (SPD) kann die Großauheimer Bücherei nur erhalten bleiben, wenn Ehrenamtliche sie weiter führen. Er rückt nicht von seinem Sparkurs ab. Kritiker geben hingegen zu bedenken, dass die Organisation einer Bibliothek sehr kompliziert sei.

Es liegt nun in den Händen der Großauheimer Bürger. Ob ihre seit 117 Jahren bestehende Bücherei Anfang 2015 geschlossen wird, liegt nun, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Mittwoch vor rund 30 Bücherei-Sympathisanten betonte, an ihnen. Der Rathauschef ließ sich in der Diskussion keinen Deut von seinem rigiden Sparkurs abbringen. Die zwei hauptamtlichen Kräfte kann sich die Stadt in der Langstraße einfach nicht mehr leisten, erklärte der OB.

Nun wollen die Ehrenamtliche Miria Blömann und die einstige Leiterin der Stadtteilbücherei, Christine Theobald, eine Arbeitsgruppe auf die Beine stellen, um den Betrieb mit derzeit 20 Wochenstunden im Ehrenamt zu organisieren. Ob dies ausschließlich mit unbezahltem Personal oder mit Hilfe eines Trägervereins in spe geschehen soll, der eine Fachkraft finanziert, wird in den nächsten Wochen beraten. Die entlohnte Manpower mit Ehrenamtlichen aufzustocken, wird bereits jetzt getan. Aktuell sollen es zehn Helfer sein.

OB Kaminsky äußerte sich optimistisch zum Gelingen und verwies auf die lange Liste mit Unterschriften mit inoffiziell 1000 Namen zum Erhalt der Bücherei. „Wenn von diesen 1000 jeder zweite bereit wäre, zwei, drei Stunden der Bibliothek zu schenken, würde dies ausreichen“, sagte Kaminsky. Er erinnerte daran, dass auch das Puppenmuseum ohne ehrenamtliche Kräfte nicht funktionieren könnte. Möglich wäre laut Kaminsky ebenfalls ein Trägerverein nach dem Vorbild des Olof-Palme-Hauses, um sich so eine Fachkraft zu leisten.

Bibliotheksleitung für Laien schwierig

Der OB sah zudem die benachbarte katholische St. Josef Schule in der Pflicht, die die Stadtteilbücherei auch als Schulbibliothek nutze. Eltern der Schüler könnten sich engagieren, das Bistum könnte einen monetären Beitrag leisten, sagte der OB und forderte: „Traut euch doch ein bisschen mehr zu“.

Diplom-Bibliothekarin Theobald, gab sich skeptisch. Die Ruheständlerin will aber sich aber dennoch in der am Mittwoch spontan initiierten und noch Mitstreiter suchenden Arbeitsgruppe mitwirken. „Eine gut funktionierende Bibliothek mit Ehrenamtlichen zu führen, ist sehr kompliziert“, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Dies betreffe für Organisation und Vernetzung mit anderen Bibliotheken. Fraglich sei, ob es künftig noch eine Fernausleihe gebe. Ebenso sei der Bestandsaufbau und -pflege schwierig. Ohne entsprechendes Fachwissen ist der Bestand in drei Jahren veraltet, sagte Theobald.

Immerhin hat die Dependance der Hanauer Stadtbibliothek ordentliche Zahlen vorzulegen. 26 000 Medien, davon 8 300 für Kinder und Jugendliche, sowie mehr als 70 000 Ausleihen im Jahr. Leseförderung für Kinder und Autorenlesungen zählen zu den Veranstaltungen. Der Medienetat soll zurzeit 22 000 Euro betragen.

Ob es dieses Budget in dieser oder anderer Höhe weiterhin von der Stadt geben wird, ließ Kaminsky offen. Noch zu klären ist auch, ob der künftige Trägerverein Miete oder Nebenkosten bezahlen müsste. Kaminskys Aussagen am Mittwoch gingen zumindest nicht in diese Richtung. Für ihn ist vorrangig, „dass die Personalkosten raus sind“. Nach seinem Haushaltsentwurf 2014/15 sollen in den nächsten Jahren 200 Stellen in Verwaltung und Eigenbetrieben gestrichen werden. Die hauptamtlichen Kräfte in der Großauheimer Stadtteilbücherei werden für das neuen Medienzentrum im Forum Hanau am Freiheitsplatz gebraucht.

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