Trauerbewältigung

Trauerzentrum mit Bibliothek

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Im Hanauer „Zentrum für Trauernde“ finden Menschen, die einen Angehörigen oder Freund verloren haben, jetzt auch Literatur zu ihrer Lebenssituation.

Wer einen Angehörigen oder lieben Freund verloren hat, findet im Hanauer „Zentrum für Trauernde“ nicht nur einen aufmerksamen Zuhörer in Person von Diözesanseelsorger Werner Gutheil und den Trost von Leidensgenossen, sondern künftig auch Literatur rund um das Thema Trauern. Leiter Werner Gutheil hat in den Räumen einer ehemaligen Wohnung im Hochparterre des Hauses in der Rhönstraße 8 eine Präsenzbibliothek ausschließlich mit Trauerliteratur aufgebaut. Sie umfasst mittlerweile rund 100 Bücher und soll noch erweitert werden, sagt er.

Der aktuelle Bestand ist in drei Kategorien unterteilt: allgemeine Trauerliteratur, Bücher, die sich an Eltern richten, die ein Kind verloren haben, sowie spezielle Trauerbücher für Kinder, die sich dem schwierigen Thema meist in Form einer Geschichte nähern.

In Zukunft sollen Werke hinzukommen, die sich mit der Begleitung von Trauernden beschäftigen, sowie allgemeine Literatur rund um das Thema Sterben, Trauer und Tod, erläutert Gutheil.

Hilfe für den Buchhandel

Ausgeliehen werden die Bücher allerdings nicht, Interessierte können sie vor Ort lesen – oder über das Trauerzentrum bestellen. Werner Gutheil ist dafür eine Kooperation mit dem „Buchladen am Freiheitsplatz“ von Dieter Dausien eingegangen. Er wolle damit den örtlichen Buchhandel unterstützen – und ein Zeichen setzen gegen die Bestellung im Internet, speziell beim wegen seiner Bedingungen für Leiharbeiter in die Kritik geratenen Riesen „Amazon“, sagt der Seelsorger.

Außerdem hätten insbesondere ältere Menschen oft kein Internet, ihnen soll auf diese Weise der Zugang zu Literatur erleichtert werden. Denn auf Wunsch müssen die Bücher nicht im Laden abgeholt, sondern können auch kostenfrei nach Hause geliefert werden. Auch Pfarrbüchereien können sich auf diese Weise künftig mit Literatur versorgen. Gutheil betont, dass das Trauerzentrum durch die Kooperation „keinerlei materiellen Nutzen“ habe.

Neu sind auch die Buchempfehlungen für Trauernde im „Fenster zur Straße“ des Trauerzentrums. Dort stellt Werner Gutheil monatlich wechselnde Bücher vor, die er selbst gelesen und für gut befunden hat.

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