Hanau

Klinikum beteiligt sich an Großstudie

  • schließen

Sollten bei einer brusterhaltenden Krebsoperation die Lymphknoten gleich mit entfernt werden? Um diese Frage geht es bei einer Untersuchung, an der sich 45 Patientinnen des Hanauer Klinikums für Gynäkologie beteiligen.

Die Studienzentrale am Hanauer Klinikum für Gynäkologie nimmt mit 45 Patientinnen an einer großangelegten Untersuchung (Insema-Studie, „Intergroup-Sentinel-Mamma“) unter Leitung der Universität Rostock teil. Bei dem Projekt, bei dem rund 6000 Patientinnen mitmachen, geht es um die Frage, ob bei einer brusterhaltenden Krebsoperation die Lymphknoten gleich mit entfernt werden müssen oder nicht, teilt das Klinikum mit.

Mit dem Entfernen der Lymphknoten können bei den Patientinnen erhebliche Folgen wie Schmerzen und Schwellungen oder Taubheitsgefühl im Arm entstehen. Ein Ende Juli veröffentlichte kanadische Studie habe die Lymphknotenentfernung als Hauptursache für chronische Schmerzen nach einer Brustkrebs-OP ausgemacht.

Als zweite Klinik bundesweit habe das Hanauer Klinikum bereits 1998 die schonende Wächterlymphknotenoperation der Achselhöhle eingeführt, berichtet Chefarzt Thomas Müller. Die klinischen Studien seien notwendig, um die Wirksamkeit von Konzepten aus der Grundlagenforschung auf ihre „Alltagstauglichkeit“ zu überprüfen. Erst wenn diese nachgewiesen sei, könnte eine Therapie in die Patientenversorgung übernommen werden, so Müller. Klinische Studien und die Teilnahme daran seien in Krankenhäusern keinesfalls ein Standard.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare