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Therapiezentrum soll Toskana-Therme beleben

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Der Start der Toskana-Therme bleibt hinter den Erwartungen zurück. Derweil ist die Sanierung der Konzerthalle im Plan.

Von Jörg Andersson

Der Kurdirektor dämpft die Erwartungen. „Die Therme wird die Übernachtungszahlen nicht verdoppeln“, sagt Jörg Steinhardt den Kommunalpolitikern und Journalisten, denen er am Dienstag speziell die Fortschritte der auf 3,8 Millionen Euro geschätzten Sanierung der Konzerthalle präsentieren wollte.

Die behutsame Erneuerung des denkmalgeschützten Baus, der zur Eröffnung 1958 mit 900 Plätzen als größte und modernste Halle weithin galt, läuft offenbar nach Plan. Nicht ganz so wunschgemäß verlief der Auftakt in der Toskana-Therme, mit 22 Millionen Euro die größte Investition der Kurstadt bisher. Der harte Winter verzögerte die Fertigstellung von Zufahrten und Plätzen um den gläsernen Badetempel. Dann zerstörten Randalierer das Außenbecken, schließlich musste für vier Wochen lange Reparaturarbeiten das Wasser aus dem Freizeitbecken abgelassen werden.

Auch wenn die Toskana-World-Gesellschaft als Pächter und die Kurgesellschaft keine Besucherzahlen nennen, steht fest, dass die kalkulierte durchschnittliche Besucherzahl von 550 pro Tag bisher nicht annähernd erreicht wurde.

Die Beteiligten geben sich aber gelassen. Nach WM und Hitzeperiode sei nun eine Belebung spürbar, berichtet Architekt Andreas Ollertz. Und der Kurchef denkt langfristig: Das Interesse an Bad Orb sei gestiegen, im Mai und Juni seien für 40000 Euro Pauschalangebote gebucht worden – dreimal so viel wie 2009.

Nächster Fixpunkt ist die Eröffnung des Therapiezentrums im September. „Dass dies so lange gedauert hat, war ein Fehler“, sagen die Aufsichtsratsvorsitzenden Berthold Bauer und Tobias Weisbecker (CDU), die sich von Solebädern, Fangopackungen und anderen Heilmittelanwendungen wieder mehr Kurgäste erhoffen. Bauer und Steinhardt stellen fest, der Tagestourismus habe angezogen – das spürten auch bereits die Geschäftsleute in der Innenstadt. Bauer sieht noch weitere Korrekturmöglichkeiten. Schwimmen und Sauna sollten separat wählbar sein, letztere zudem auch spezielle Besuchstage für Damen und Herren ermöglichen.

Beim Warten auf längerfristig verweilende Gäste ist Geduld gefragt, bestätigen Hoteliers. 2009 ist Bad Orb, einst Übernachtungsmillionär, mit nur 381000 Übernachtungen hinter den Nachbarn Bad Soden-Salmünster (405000) zurückgefallen. Bis Mai 2010 sei noch einmal ein Rückgang um zehn Prozent zu verzeichnen gewesen, seither bewege man sich auf Vorjahresniveau, bilanzierte Steinhardt das erste Halbjahr.

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