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Die Taubenszene bei der Aschenputtel-Hauptprobe.

Hanau Brüder-Grimm-Festspiele

Kostümwechsel im Minutentakt

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Das Ensemble des Musicals Aschenputtel bereitet sich auf die Premiere vor. Mit dieser Inszenierung werden die 30. Brüder-Grimm-Festspiele eröffnet.

Ein gewagter Sturzflug ins Amphitheater, dann fliegen beide Spatzen hoch zum Bühnenbild, in Richtung der gemalten Bäume. Unter ihnen, auf der Bühne, herrscht reges Treiben. Das Ensemble des Musicals Aschenputtel hat sich am Dienstag zur ersten Hauptprobe auf der Bühne versammelt.

Am Freitag werden mit dem Stück die 30. Brüder-Grimm-Festspiele Hanau eröffnet. „Heute wird erstmals in Kostüm und Maske auf der Bühne gespielt“, sagt Regie-Assistentin Corinna Lechler. Das Textbuch hat sie in der Hand, ein Bleistift gehört nun zu ihren wichtigsten Arbeitsmaterialien. Schließlich muss alles, was noch weiterer Proben bedarf, angestrichen werden.

63 Szenen sind zu beschallen

Darius Lorenz überreicht ihr ein kleines Kästchen mit Mikrofonen, durch die sie mit den Helfern hinter der Bühne verbunden ist. Lorenz leitet die Tontechnik des Stücks, 63 Szenen hat er mit Musik und Geräuschen zu untermalen. „Unsere Darsteller singen live, die Musik wird eingespielt“, sagt er und weist auf das Mischpult mit vielen verschiedenfarbigen Reglern. Zwar läuft auch ein Laptop nebenbei mit, aber die 43 Musikstücke kommen alle von CD: „Ein PC hätte eine Latenzzeit, das würde zu einer minimalen Pause vor Musik und Effekten führen.“

Nebenan sitzt Mirjam Lüdecke, die für die Lichttechnik zuständig ist. Vor ihrem Reglerpult liegt ein Textbuch, in dem sie ihre Einsätze vermerkt hat: Etwa, wenn ein Spot Aschenputtel am Grab ihrer Mutter beleuchten muss. „Clous“ heißen diese Markierungen bei den Technikern. Über Mikrofon ruft Lechler nach Lüdecke, hinter der Bühne sei eine Lampe ausgefallen. Während Lüdecke Ersatz besorgt, erklärt Lechler: „Wir haben sehr viele Kostümwechsel auf engstem Raum auszuführen. Da brauchen wir Licht, sonst klappt es nicht rechtzeitig.“

So haben Aschenputtels böse Stiefschwestern sich im ersten Akt gleich dreimal umzuziehen, vom Designerkostüm geht es in Badekleidung und schließlich in das Ballkleid. „Mach etwas langsamer“, ruft Regisseur Holger Hauer der „guten Fee“ Monika Maria Staszak zu, „so bleibt den beiden mehr Zeit beim Umziehen.“

16 Darsteller

16 Darsteller spielen in Aschenputtel 30 verschiedene Rollen. Hinter der Bühne sei es aber nur eine kleine Mannschaft, sagt Hauer. Es ist seine erste Inszenierung in Hanau, einen „Hanau-Frischling“ nennt er sich. Sechs Wochen Proben liegen hinter ihm und dem Ensemble. „Das Halbrund hier auszufüllen, ist schon eine Herausforderung“, sagt er. Die größte Herausforderung sei aber die Beleuchtungsprobe in der Nacht auf Montag gewesen, „bis fünf Uhr morgens waren wir zugange“.

Ebenfalls neu bei den Festspielen ist Benedikt Ivo. Er spielt den Prinzen, der singen, tanzen und fechten muss auf einer großen Treppe, die per Drehbühne in Bewegung ist. „Da braucht es schon ein gutes Gleichgewichtsgefühl“, sagt Ivo. Die Festspiele kenne er als gebürtiger Hesse natürlich. Den Festspielen seit 1995 verbunden ist Barabara Bach, die im Stück die Königin spielt: „Bei Märchen darf man mal richtig tolle Charaktere spielen, das macht einfach Spaß.“

„Aschenputtel“ hat am Freitag, 16. Mai, um 19.30 Uhr im Amphitheater vom Schloss Philippsruhe Premiere und wird letztmalig am 27. Juli aufgeführt. Restkarten für die Premiere sind an der Abendkasse erhältlich. Informationen zum Kartenverkauf und den weiteren Stücken der Festspiele gibt es unter www.festspiele-hanau.de.

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