Bad Vilbel/Niederdorfelden

Studie sieht Seilbahn zwischen Vilbel und Niederdorfelden kritisch

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Sie könnte die chronisch überlastete Niddertalbahn entlasten, doch Experten nennen gewichtige Gründe, die gegen eine Seilbahn sprechen.

Die Niddertalbahn, die zwischen Bad Vilbel und Glauburg fährt, ist chronisch überlastet. Seit Jahren klagen Pendler über Verspätungen und Ausfälle, fordern Politiker einen Ausbau und eine Elektrifizierung. Um die Probleme schnell zu reduzieren, wurde deshalb die Idee einer Seilbahn zwischen Bad Vilbel und Niederdorfelden ins Spiel gebracht. Nun liegt eine Machbarkeitsstudie des Verkehrsplaners Jürgen Vollmann von der Hochschule Darmstadt vor, in Auftrag gegeben von Regionalverband, Niederdorfelden und IHK. Ein wesentliches Resultat aus ihrer Sicht: Die Seilbahn wäre technisch machbar, doch wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Demnach wären 4500 Passagiere pro Stunde für einen rentablen Betrieb nötig. „So viele Pendler gibt es in diesem Teil des Main-Kinzig-Kreises nicht“, sagt Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Das Umsteigen vom Auto in die Seilbahn und dann in die S-Bahn nach Frankfurt verkürze die Fahrtzeit auch nicht genug, um für mehr Pendler attraktiv zu sein. Daher fordern IHK und Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) einen schnellen Ausbau der Niddertalbahn und einen guten Radweg neben der Strecke.

Trotzdem blieben Seilbahnen andernorts eine Option: Sie seien „ein attraktives Instrument, um den öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten“, so Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU). Die Vorteile: relativ kurze Bauzeit, geringere Kosten, Unabhängigkeit vom Straßenverkehr.

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