+
Das Hanauer Klärwerk produziert seinen Energiebedarf weitgehend selbst.

Hanau

Strom aus Abwasser

  • schließen

Die Kläranlage Hanau erhält derzeit ein neues, effizienteres und klimafreundlicheres Blockheizkraftwerk.

Das alte Blockheizkraftwerk (BHKW) der Kläranlage wird derzeit für rund eine Million Euro durch ein neues, effizienteres, klimafreundlicheres und platzsparenderes ersetzt, teilt die Verwaltung mit. Das alte Kraftwerk war nicht nur in die Jahre gekommen, auch die Anforderungen an Effizienz und Abgasreinigung seien höher, so dass eine Erneuerung unumgänglich gewesen sei.

Im Klärwerk werden seit 109 Jahren Hanauer Abwässer, seit mehreren Jahrzehnten auch aus Maintal und Bruchköbel behandelt. Dafür würde jährlich etwa 5,6 Millionen Kilowattstunden Strom benötigt, um Maschinen anzutreiben.

Inzwischen gewinne die Kläranlage ihren Strom aus dem behandelten Abwasser. Dazu würden ihm ungelöste organische Anteile entzogen und in zwei großen Bioreaktoren in Methangas umgewandelt.

Um die Behälter auf Temperatur zu halten, sei das Biogas anfangs verbrannt und mit der Wärme der Faulschlamm auf 37 bis 40 Grad Celsius aufgeheizt worden. Der Schlamm im Faulbehälter bestehe zu etwa 95 Prozent aus Wasser. Überschüssiges Biogas sei verbrannt worden, wobei klimaschädliches Kohlendioxid entstehe

Zur letzten Erweiterung des Klärwerks von 1998 bis 2005 seien die inzwischen veralteten Gasmotoren durch ein Blockheizkraftwerk ersetzt worden. In ihm werde seitdem die Wärme- und elektrische Energie aus Biogas gewonnen und komplett verwertet. Die Abwärme der Motoren diene nun zur Beheizung der Faulbehälter. Der von Generatoren erzeugte Strom werde ebenfalls komplett im Klärwerk eingesetzt.

Mit dem alten BHKW ließe sich der Strombedarf des Klärwerks zu etwa 65 Prozent decken, mit dem neuen solle es mehr werden.

Allein 65 Prozent bedeuteten eine Einsparung von 1820 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr. Weitere rund 1500 Tonnen würden durch die Nutzung der BHKW-Abwärme für die Faulraumbeheizung eingespart. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare