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Streit über Versetzung

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Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach hat die Aufgaben in der Stadtverwaltung neu verteilt. CDU-Frau Monika Wolfmüller ist sauer.

Von Jörg Andersson

Gut zwei Jahre nach seiner Amtseinführung hat Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach einige Aufgaben in der Stadtverwaltung neu verteilt. Dabei auf Parteizugehörigkeit Rücksicht genommen zu haben, kann man dem christdemokratischen Rathauschef zumindest in einem Fall nicht vorwerfen. Im Gegenteil: Eine CDU-Kreistagsabgeordnete sieht sich als Opfer des neuen Ämterzuschnitts.

Monika Wolfmüller ist nach eigenen Angaben „aus allen Wolken“ gefallen, als sie Mitte Juli per Post von ihrer „Umsetzung“ erfuhr. Denn die Diplom-Verwaltungswirtin war nicht nur als Personalchefin für 230 Mitarbeiter zuständig, sondern auch persönliche Referentin des Bürgermeisters. Von einem gestörten Vertrauensverhältnis zu ihrem Vorgesetzten will Wolfmüller, die in derselben Funktion seit 1995 bereits drei weiteren CDU-Bürgermeistern und interimsmäßig auch einem Ersten Stadtrat zuarbeitete, nichts bemerkt haben.

Nun hat die stellvertretende CDU-Kreistagsvorsitzende verlauten lassen, dass sie ihre neue Zuständigkeit im Bereich Gebühren- und Satzungsrecht sowie Brandschutz als Herabwürdigung empfindet. „Die Umsetzung ist grob rechtswidrig und entspricht nicht ihrem Status“, sagt ihr Anwalt, der andeutet, dass auch ein Disziplinarverfahren gegen Wolfmüller eingeleitet worden sei.

Etwaige Vorwürfe gegen die langjährige Leiterin der Personalabteilung wollte der Erste Stadtrat Uwe Ringel (Grüne) nicht konkretisieren. Der Neuzuschnitt in der Verwaltung sei noch nicht abgeschlossen und „Chefsache“; Ringel betont indes, Frau Wolfmüller übernehme zwar andere, aber „gleichwertige Aufgaben“ als Ressortleiterin. Der noch im Ostsee-Urlaub weilende Bürgermeister war für die Frankfurter Rundschau nicht erreichbar.

Monika Wolfmüller vermutet derweil, hinter ihrer Versetzung könnten mehr als fachliche Gründe stecken. Um politische Verstrickungen und Verschwörungstheorien nachzuvollziehen, muss man die Zerrissenheit der CDU in Bruchköbel sowie im benachbarten Hanau berücksichtigen.

Maibach war als unabhängiger Kandidat angetreten und hatte den sechs Jahre amtierenden Michael Roth entthront. Nachdem sich der Stadtverband schon Jahre zuvor in der Personalfrage eines Ersten Stadtrates hoffnungslos überworfen hatte, zerfiel mit Maibachs Sieg auch die Fraktion.

Sechs Abgeordnete aus dem Lager Roth formierten sich zum Bürgerbund. In der CDU stieg vor Jahresfrist Gerhard Rehbein (37) zum Parteichef auf. Jetzt verlautet, der Diplom-Verwaltungswirt solle als Maibach-Vertrauter ins Bruchköbeler Rathaus geschleust werden. „Blödsinn, ich habe keinerlei Ambitionen“, sagt Rehbein, der bei der Stadt Frankfurt arbeitet. Dort sehe er seine Aufstiegschancen. Seine Parteiarbeit und sein Mandat als Stadtrat in Bruchköbel seien mit einem Wechsel überhaupt nicht zu vereinbaren.

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