Auf dem Gelände an der Dicken Buche soll das neue Dörningheimer Sportzentrum entstehen.
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Auf dem Gelände an der Dicken Buche soll das neue Dörningheimer Sportzentrum entstehen.

Maintal Sportzentrum Dicke Buche

Streit um neues Sportzentrum

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die Kritik an den Plänen für ein Sportzentrum an der Dicken Buche reißt nicht ab. Jetzt legt die Wahlalternative Maintal (WAM) nach. Ihre Kritikpunkte: Für die Anlage müssten Bäume fallen, außerdem ziehe sie mehr Verkehr und Lärm an.

Die Entscheidung liegt auf Eis. In seiner letzten Sitzung hat das Parlament Tagesordnungspunkt 13 – „Grundsatzbeschluss zur Zusammenlegung der Sportanlagen Dicke Buche und Eichenheege“ – auf die kommende Sitzung im Dezember verschoben. Doch die Diskussion wird weitergeführt, und zwar intensiv.

Eine AG mit Vertretern von Magistrat, Fraktionen und Vereinen hatte die Fläche an der Dicken Buche für ein zentrales, etwa fünf Millionen Euro teures Sportzentrum in Dörnigheim ausgesucht, mit Fußball- und Tennisplätzen. Der Sportplatz an der Eichenheege sollte geschlossen und als Bauland verkauft werden. Es geht vor allem um ein neues Zuhause für die Vereine Germania Dörnigheim, Dörnigheimer SV und TGS Dörnigheim. Die Plätze, die derzeit genutzt werden, sind marode. Doch vor allem die Fraktionen von SPD und WAM äußerten Bedenken und präsentierten eigene Vorschläge. Und dem Vernehmen nach soll es auch in den Vereinen Stimmen geben, die den neuen Standort ablehnen.

Jetzt legt die WAM nach. Die Pläne an der Dicken Buche würden unweigerlich den Wald verkleinern, so die WAM, zum Beispiel, weil man Platz für weitere Tennis- und Parkplätze schaffen müsste. Ein weiteres Problem sei, dass der Standort sonntags gar nicht und samstags nur stündlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sei.

Zuvor hatte die WAM bemängelt, dass ein Sportzentrum zu deutlich mehr Verkehr und Lärm an der Dicken Buche führe. Zudem, so die WAM, müsste für viel Geld eine hohe Schallschutzwand gebaut werden, die die Wohnqualität minderte. Auf dem Areal zwischen Kennedystraße, Kesselstädter Straße und Gewerbegebiet Ost – dem von der WAM favorisierten Ort – gebe es diese Probleme nicht. Außerdem könnte die Stadt nach Angaben der WAM-Fraktion eine Million Euro einnehmen, wenn sie die Eichenheege und die Dicke Buche als Areal für Wohnhäuser verkaufe.

Stadtrat: Standort wohlüberlegt

In die Debatte hat sich nun auch Mieter-Aktivistin Brunhilde Fahr eingeschaltet. Sie hat eine „Maintaler Erklärung“ verfasst und hofft auf viele Unterschriften. In der Erklärung heißt es, dass der Standort Dicke Buche die Waldsiedlung „in vielfacher Hinsicht“ gefährden würde, durch „Abholzen von Wald, hohes Verkehrsaufkommen, noch höhere Parkplatznot, Entwertung der Siedlung“. Fahr fordert eine intensive Bürgerbeteiligung in der Sportstättenfrage. In Bezug auf den Alternativstandort schließt sich Fahr dem WAM-Vorschlag an. An der Dicken Buche solle stattdessen bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, der „dringend benötigt wird“. Die „knappe Ressource Bauland“ dürfe nicht vorrangig für das Zusammenlegen von Sportplätzen verwendet werden, so Fahr.

Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) hatte die Kritik bereits im November zurückgewiesen. Der Standort Dicke Buche sei wohlüberlegt. Nur auf diesem Gebiet, das zur Kommune gehört, lasse sich zeitnah ein Sportzentrum verwirklichen. Das von der WAM vorgeschlagene Gebiet gehöre vielen Besitzern, zudem gebe es Hürden durch den Landschaftsschutz.

SPD-Fraktionschef Sebastian Maier erneuert derweil seine Kritik am Magistrat. „Der Magistrat hat seine Arbeit nicht gemacht. Er wurde schon im März damit beauftragt, mehrere Standorte genau zu prüfen.“ Die SPD selbst bringt eine Fläche gegenüber des Doorm-Hotels ins Spiel, wo sie ein „multifunktionales Sportzentrum, nicht nur für Fußball und Tennis“ errichten will. Der Vorschlag stößt bei der WAM ebenfalls auf Kritik, weil die Verkehrsanbindung schlecht und der dortige Höllsee ein wertvolles Biotop sei. Maier entgegnet: „Wir haben nicht die Fläche direkt gegenüber des Hotels im Auge, sondern weiter nördlich, wollen die Folgen für den Naturschutz aber natürlich genau untersuchen lassen.“

In Kürze sollen die Fraktions-chefs an einem Runden Tisch diskutieren. „Das Ziel sollte sein, danach einen gemeinsamen Antrag ins Stadtparlament einzubringen“, sagt Maier. Eines sei klar: „Die derzeitige Anlagen sind zum Teil in einem katastrophalen Zustand. Die Vereine brauchen dringende bessere Sportstätten.“

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