Wächtersbach

Streit um Gedenken in Wächtersbach

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
    schließen

An den rassistischen Anschlag auf den Geflüchteten Bilal vor einem Jahr wird in Wächtersbach  erinnert. Die Grünen kritisieren, dass Stadt und Bürgermeister kein klares Zeichen setzen.

Vor der Kundgebung ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag auf den Geflüchteten Bilal wird das Gedenken in Wächtersbach kontrovers diskutiert. Die Demo beginnt heute um 19 Uhr am Bahnhof und wird vom Bündnis gegen rechten Terror Hessen organisiert, zu dem auch das Antifaschistische Kollektiv (AK) 069 gehört.

Die Grünen kritisieren, dass die Stadt und Bürgermeister Andreas Weiher (SPD) nicht mit einer eigenen großen Mahnwache ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen, sondern zu einem nichtöffentlichen Termin eingeladen haben, mit Vertretern von Stadtparlament und Medien. Die Fraktion spricht von einem „Feigenblatt für einen Fototermin, auf dem der Bürgermeister noch einmal betonen kann, wie schrecklich diese Tat war“, und dass es in Wächtersbach selbst kein Problem gebe. Die Grünen werden nicht daran teilnehmen.

Die Kundgebung und Erinnerung begrüßen sie, wollen aber nicht „mit einer Gruppe demonstrieren, die auf ihrer Website ,ACAB‘ propagiert“. Das Kürzel, das für „All Cops Are Bastards“ steht, taucht auf der AK-Seite auf. Eine Sprecherin des Bündnisses entgegnet, dieses werde von vielen Bürgern und mehreren Gruppen unterstützt, etwa NSU Watch, AK.069, Initiative 19. Februar. Das Bündnis halte eine harsche Kritik am Polizeiproblem und dem extrem rechten Netzwerk in der Behörde für deutlich sinnvoller, als ein Gedenken an einen rassistischen Mordversuch „zu denunzieren“. Es verwundere, dass sich die Grünen nicht zu den NSU-2.0-Drohungen äußern würden.

Weiher hatte den städtischen Termin bereits verteidigt. Er sei bewusst diskret gehalten und werde würdevoll sein. Die Stadt habe kein größeres Problem mit Rechtsextremismus. 

Kommentare