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Der Streik-Zug nimmt Fahrt auf

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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500 Demonstrierende bei VAC / Betriebsrat macht Investor für Geldmangel verantwortlich

Die weißen T-Shirts mit der rot durchgestrichenen Heuschrecke werden den Mitgliedern der Industriegewerkschaft (IG) Metall am VAC-Werkstor fast aus den Händen gerissen. Ein Großteil der laut Gewerkschaft 500 Demonstrierenden zeigt sich bald in Einheitskleidung. Gestern Mittag war erneut Warnstreik bei der Vacuumschmelze, die aus der Tarifbindung ausgestiegen ist. Doch diesmal wurden die Forderungen nicht im "Grüner Weg" zum Ausdruck gebracht, sondern beim Fest der Solidarität der IG Metall in Mainz.

"Heuschreckenkultur"

"Die Stimmung hat sich deutlich gewandelt", sagt Betriebsrat Wolfgang Dohn. Die anfängliche Resignation und Enttäuschung sei der Wut gewichen. Sein Kollege Kamil Ayhan gibt sich sicher: "Bei der Urabstimmung werden 100 Prozent der Belegschaft für den unbefristeten Streit stimmen."

Noch am Donnerstag stand der Warnstreik auf der Kippe. Die Geschäftsführung wollte den Ausstand per Gerichtsbeschluss verbieten. In letzter Minute machten die Manager einen Rückzieher, den sie an bestimmte Bedingungen knüpften. Eine davon lautete: Sondierungsgespräch am Donnerstagabend. "Im ruhigen Ton, ohne Polemik, wurden noch einmal die Positionen dargelegt", berichtet Michael Pilz, Bevollmächtigter der IG Metall Hanau. Die Geschäftsleitung habe zudem aktuelle Zahlen vorgelegt.

Pilz hofft, dass es bei der VAC-Führung am Wochenende noch zu einem Umdenken kommt. "Der Streik-Zug hat bereits viel Fahrt aufgenommen und er wird weiter beschleunigen", sagt der IG Metall-Bevollmächtigte. Schon Montag soll der Antrag für eine Urabstimmung formuliert werden. Eine Woche später, am 8. September, werde die Tarifkommission in ihrer turnusmäßigen Sitzung darüber beraten. Die Urabstimmung könne ab 9. September anlaufen.

Bis Mitte des Jahres habe die VAC deutliche Gewinne eingefahren. Dass dem Unternehmen dennoch kein Geld bleibe, liege am Investor One Equity Partner (OEP), so Wolfgang Dohn.

Die OEP kaufte Ende 2005 die VAC von der Morgan Crucible. Der Preis sei zu mehr als 80 Prozent fremdfinanziert worden. "Die OEP zahlt jetzt mit unseren Lohneinbußen den Kredit zurück", schimpft Dohn. Man könne sich heute glücklich schätzen, dass damals der Zinssatz niedrig lag. "Wir müssen ein Integrieren der Heuschreckenkultur in unserer Gesellschaft früh abwehren", sagt Kamil Ayhan.

Hierzu erhalten VAC-Arbeiter und IG Metall überraschend Beistand von dem eher als unternehmerfreundlich bekannten Landtagsabgeordneten Aloys Lenz (CDU). In einem Brief an den Betriebsrat misst er den Beschäftigten das Recht zu, "sich dem einseitigen Profitstreben entgegenzustellen".

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