Nidderau

Auf Streife in vertrautem Revier

Hartmut Rose ist seit Jahresbeginn der neue Schutzmann der Polizei vor Ort.

Von Christoph Süß

Ich kenn’ mich hier aus“, sagt Hartmut Rose. Nidderaus neuer Ortspolizist ist in der Nähe aufgewachsen und die Liebe hat ihn laut eigener Aussage später noch einmal regelmäßig dorthin verschlagen. Seit Jahresbeginn ist er noch häufiger als ohnehin schon in den Stadtteilen unterwegs: Einmal im Monat geht er als Schutzmann vor Ort auf Streife.

Die Abordnung – Rose ist an einem Nachmittag für fünf Stunden von seinen sonstigen Aufgaben befreit – ist ein Zugeständnis des Polizeipräsidiums an die Wünsche der Lokalpolitik. Dabei gilt die Stadt im präsidiumsinternen Vergleich laut Statistik als ruhig und sicher. „Wenn wir damit das subjektive Sicherheitsempfinden der Leute verbessern können, machen wir das gerne“, sagt Polizeipräsident Roland Ullmann.

Angst davor, mit dem Zusatz-Dienst andernorts Begehrlichkeiten zu wecken, hat Ullmann laut eigener Aussage nicht. „Wenn andere das auch wollen, finden wir eine Lösung“, sagt er.

Roses Vorgänger hatte 2012 seinen Dienst in Nidderau nach rund zweijähriger Tätigkeit aus privaten Gründen beenden müssen. Zwischenzeitlich übernahmen die beiden Ordnungspolizisten der Stadt wieder alleine die Aufgabe, Präsenz auf Straßen und Plätzen zu zeigen. Seit Januar ist Rose immer am ersten Montag im Monat von 13 bis 16 Uhr zu Fuß in der Stadt unterwegs. Anschließend wartet er noch zwei Stunden im Rathaus auf Bürger, die ihn auf Missstände hinweisen.

„Die Menschen sollen mehr Vertrauen zur Polizei aufbauen“, sagt Roland Ullmann. Durch die Identifikation mit einem bestimmten Beamten sinke erfahrungsgemäß auch die Hemmschwelle für Zeugen, sich bei der Polizei zu melden. Auf seinen Streifengängen soll er auf die Nidderauer zugehen und Kontakte zu den Bürgern knüpfen.

Seit fast fünf Jahren gibt es in Nidderau einen Schutzmann vor Ort von der Landespolizei. Das hatte das Parlament seinerzeit beschlossen und die Stadt anschließend beim Präsidium in Offenbach erfolgreich beantragt.

Seinen Schwerpunkt will Hartmut Rose auf Windecken, Heldenbergen und Ostheim legen. Die Gegend um die Salzmann-Halle und den Bahnhof nennt er als die größten Brennpunkte, wobei dieser Begriff angesichts der Kriminalitätsstatistik eigentlich nicht angebracht sei. „Die Rate ist hier moderat“, sagt Ullmann.

Von seinen normalen Streifen in Nidderau, die er regelmäßig von Bruchköbel aus unternimmt, weiß Polizeioberkommissar Rose, wo verstärkte Präsenz angezeigt ist. Im Unterschied zu seinem normalen Dienst ist Rose auf seinen Gängen durch die Stadt frei von Aufträgen. Dafür soll er etwa bei der Sicherung der Schulwege helfen und Ansprechpartner für Veranstaltungen sein.

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