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Straße für den "Schwarzen General"

Magistrat will an ehemaligen Generalleutnant Theodor Groppe erinnern

Die Stadt Hanau soll eine Straße im Neubaugebiet auf dem Gelände der früheren Milchzentrale nach Theodor Groppe benennen. Das hat der Magistrat vorgeschlagen mit der Begründung, der General habe "immer dann Widerstand geleistet, wenn die Befehlserfüllung gegen seine hohe ethisch-moralische Grundhaltung verstieß".

Den Hitlergruß verweigert

Theodor Groppe wurde 1882 in Trier geboren. Von 1910 bis 1913 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin. Es folgte ein rascher militärischer Aufstieg bis zum Oberstleutnant. 1933, nach der Machtübernahme Hitlers, versetzte Kriegsminister Blomberg ihn in den Ruhestand, weil er "wegen seiner ganzen Weltanschauung für das Heer des künftigen deutschen Staates ungeeignet" sei.

Bekannt unter dem Namen "der schwarze General", verweigerte Groppe den Hitlergruß und besuchte die katholische Messe stets in Uniform. 1936 wurde er dennoch als Landwehr-Kommandeur reaktiviert. Damals zog er nach Hanau. 1939 beförderte man ihn zum Generalleutnant; Groppe wurde Kommandeur am Westwall. Am 12. Dezember 1939 verbot er seinen Einheiten, an einer vom örtlichen NSDAP-Kreisleiter organisierten "spontanen Volkskundgebung" gegen ortsansässige Juden teilzunehmen. Zudem widersetzte er sich Himmlers Befehl zur "Aktion Lebensborn", weil diese "unsere Frauen und Töchter zum Freiwild für die SS und Polizei stempelt".

1942 verlor Groppe seinen Titel, im August 1944 wurde er wegen "Wehrkraftzersetzung und Defätismus" angeklagt und am 10. August 1944 auf persönlichen Befehl Himmlers in Hanau verhaftet. Nach mehreren Monaten im Darmstädter Gestapo-Gefängnis kam er im Januar 1945 in die Festungshaftanstalt Küstrin. Am 14. April 1945 befahl Himmler, die gefangenen Regimegegner zu liquidieren. Groppe gelang dank der Hilfe eines Ordensgeistlichen die Flucht, und er kehrte nach Hanau zurück.

1952 setzte die Bundesregierung Theodor Groppe wieder in all seine Rechte als Generalleutnant a.D. ein. 1954 zog Groppe nach Trier zurück, dort starb er 1971 im Alter von 91 Jahren. pam

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