Die Adebare scheinen sich wohlzufühlen.
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Die Adebare scheinen sich wohlzufühlen.

Störche

Störche versuchen zu überwintern

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Alles deute darauf hin, dass erstmals mehrere Weißstorchenpaare im Main-Kinzig-Kreis zu überwintern versuchen. Das hat die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) beobachtet.

Waren es Mitte Oktober dieses Jahres noch mehr als 20 Weißstörche im Kreisgebiet, die den normalen Abzugstermin in wärmere Gefilde längst verpasst hatten, so hielten sich derzeit immer noch mindestens sechs Storchenpaare zwischen Nidderaue, Gründautal und Kinzigaue auf. Darunter auch das zwölfjährige Rückinger Storchenmännchen, das bisher ausnahmslos in südlichen Gefilden überwinterte und nachweislich dank Ringablesung in zwei vergangenen Wintern in Israel registriert worden war. Alle 94 registrierten Jungstörche des Jahrgangs 2014 seien dagegen nach Süden abgeflogen.

Erstmals bestehe deshalb die Gelegenheit, die Tiere im Dezember zu beobachten, so die HGON. Beste Gelegenheit hierzu sei die Meerholzer Aue, denn hier hielten sich noch täglich zwischen sieben und neun Störche auf, suchten nach Regenwürmern und Mäusen, wo sie meist in Gesellschaft von einem oder zwei Silberreihern gesehen werden können. Aufgrund ihrer Ringe konnte sie HGON-Storchenschützer Werner Peter identifizieren.

„Dem Storch als großem Vogel macht die Kälte kaum etwas aus, weil er die Körperwärme besser speichern kann, als kleine Singvögel, die immer bei uns überwintern“, sagt Peter. Und Störche kennen ihre Umgebung im Umkreis von etwa 30 Kilometern genau. Deshalb treffe man sie sogar gelegentlich an der Kompostierungsanlage Gründau-Lieblos bei der Nahrungssuche an.

Zudem hätten die großen Vögel ihre „Daunenjacke“ an, so dass sie wie auch Grau- und Silberreiher problemlos im Main-Kinzig-Kreis überwintern könnten. Auch bei mehrwöchiger Schneelage und Dauerfrost bestehe kein Anlass zur Sorge, denn bei tatsächlicher Nahrungsknappheit könnten die Störche schnell einen sogenannten Teilzug ins mildere Rheintal antreten.

Die HGON werde auch in den kommenden Monaten das Phänomen „Winterstörche“ im Auge behalten. Bislang gebe es die Erkenntnis, dass es ausschließlich mehrjährige und lebenserfahrene Störche seien, die im Kreisgebiet ausharren.

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