Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein israelischer Soldat im Einsatz auf der Westbank.
+
Ein israelischer Soldat im Einsatz auf der Westbank.

Amnesty Hanau

Steter Druck

Die Hanauer Ortsgruppe von Amnesty International feiert das 50-jähriges Bestehen der Menschenrechtsorganisation. Die Hanauer Gruppe gibt es immerhin auch schon seit 1970.

Von Andreas Zitzmann

"Ach, über 30 Jahre“ – Andreas Technau weiß selbst nicht mehr so genau, wie lange er und seine Frau sich für Amnesty International engagieren. Fest steht: Die Hanauer Gruppe wurde 1970 gegründet. Amnesty selbst gibt es bereits seit 1961 und auch die Hanauer feiern am kommenden Wochenende dieses 50-jährige Bestehen – obwohl es bei einer Organisation, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte engagiert, eigentlich selten etwas zu feiern gibt.

Das gilt auch für die Hanauer Gruppe. Da sie mit gut einem Dutzend Mitglieder nicht allzu groß ist, arbeitet sie beim aktuellen Projekt mit anderen Gruppen zusammen. „Seit zwei Jahren“, so Gruppensprecher Andreas Technau, „engagieren wir uns für die zwei Dörfer Hadidiya und Humsa auf der Westbank, deren Einwohner vom israelischen Militär vertrieben werden sollen.“ Das Gebiet, in dem die Dörfer mit jeweils nur wenigen 100 Einwohnern liegen, sei zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden.

„Damit die Leute wegziehen, werden sie so lange schikaniert, bis sie freiwillig gehen“, erzählt Technau. So sei von den Militärs ein Traktor beschlagnahmt worden, mit dem ein dringend notwendiger Wassertank gezogen worden sei. „Man hat ihnen dann angeboten, den Traktor zurückzukaufen – für 1000 Dollar. Im Schnitt verdienen die Menschen dort 1,50 Dollar am Tag.“

Was kann Amnesty dagegen unternehmen? „Mit den anderen Gruppen schreiben wir immer wieder die Regierung an“ – in der Hoffnung, dass der stete Druck die Verantwortlichen für die Militäraktion zum Einlenken bewege. Außerdem habe man bei einer Feier zum 50-jährigen Bestehen von Amnesty in Frankfurt eine Petitionsliste ausgelegt.

Werben um neue Mitglieder

Die wird es auch am Informationsstand geben, den die Hanauer Gruppe am kommenden Samstag auf dem Marktplatz aufbaut. Andreas Technau und seine Mitstreiter wollen dabei nicht nur an die Gründung der Organisation vor 50 Jahren erinnern, sondern auch um neue Mitglieder werben. Die meisten der Hanauer Gruppe sind im fortgeschrittenen Alter. Die Jugend sei nicht mehr so begeisterungsfähig, hatte Technau in einem früheren Gespräch mit der Frankfurter Rundschau bedauert.

Das hat seinen Grund auch darin, dass die Arbeit von Amnesty nicht auf schnelle Erfolge ausgelegt ist. Das seit längerem währende Engagement für die beiden palästinensischen Dörfer beweist das. Die 70er Jahre seien auch politischer gewesen. Seinerzeit hatte die Gruppe an die 30 Mitglieder.

Dennoch gibt es auch Erfolge: Vor einigen Jahren wurde auch dank der Hanauer Gruppe ein Chinese vorzeitig aus der Haft entlassen, der 1989 nach den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking verhaftet und verurteilt worden war, weil er eine demokratische Partei hatte gründen wollen. Der Freigelassene besuchte anschließend auch Hanau.

Der Ursprung der Arbeit von Amnesty lag im Übrigen viel näher, erinnern die Hanauer. Der Londoner Rechtsanwalt Peter Benenson startete eine Hilfsaktion für zwei Studenten, die in Portugal – seinerzeit Militärdiktatur – zu sieben Jahren Haft verurteilt worden waren, weil sie auf die Freiheit angestoßen hatten. Um Freiheit geht es bis heute.

Informationsstand Samstag, 28. Mai, 9.30 bis 13.30 Uhr, Hanauer Marktplatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare