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Hanau

Steigender Druck auf Angehörige

Die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst wirbt um neue Sterbebegleiter – Zurzeit gibt es 73 ehrenamtliche Helfer.

Von Peter Hauff

Hospize waren im Mittelalter Herbergen, die von Kirchen und Klöstern bezahlt waren. Dort fanden Arme, Kranke und Pilger kostenlos Unterkunft. Die Hospizbewegung greift die Idee neu auf und steht Todkranken in ihrer Krise bei. Oft sind Angehörige mit einem Sterbenden genauso überfordert wie die Betroffenen selbst – und können bei Hospizhelfern auf Zuwendung hoffen.

Unter dem Dach des Caritas-Verbandes im Main-Kinzig-Kreis wurde die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst (AGH) im Jahr 1997 gegründet. Weitere Mitglieder sind Katholikenrat, die Regionalstelle für Erwachsenenbildung und der Malteser Hilfsdienst. Das Personal von damals knapp 20 ehrenamtlichen Begleitern ist auf nun 73 gewachsen. „Weitere 14 kommen im Sommer nach neuen Kursen hinzu“, sagt Fachbereichsleiterin Annette Böhmer.

Denn auch die Zahl der Hilfesuchenden steigt. Dem Jahresbericht 2013 zufolge wurden zuletzt 132 Menschen begleitet – genauso viele männliche wie weibliche Patienten. Meist werden sie nach Ausbruch eines Krebsleidens betreut. „Unser jüngster Patient war 43 Jahre, der älteste 97 Jahre alt“, teilt Böhmer mit.

Ein im Jahr 2013 ausgelaufenes, zweijähriges Modellprojekt zum Umgang mit Demenzkranken ist aus Sicht des Hospizdienstes „erst mal abgeschlossen“, das Netzwerk sei aufgebaut. Der Druck auf Angehörige von Demenzpatienten werde in Zukunft jedoch eher zunehmen, glaubt Böhmer. 8100 Euro Kilometergeld

Im Main-Kinzig-Kreis sind die Hospizhelfer auf vier Standorte verteilt. Jede zweite Begleitung findet am Schwerpunkt Hanau statt. Trotz weiterer Standorte in Gelnhausen, Freigericht und Bad Soden-Salmünster, fuhren die Mitarbeiter während ihrer ehrenamtlichen Aufträge im letzten Jahr insgesamt 27 000 Kilometer zu ihren Einsätzen. Ihr Kilometergeld von rund 8100 Euro gleicht der Verein aus privaten Spenden eigenhändig aus.

Wer sich den Helfern anschließt, kann regelmäßige Fortbildungen nutzen. Schulungen am Wochenende bringen den Teilnehmern bei, wie sie einfühlsame Gespräche führen, selber mit dem Thema Tod umgehen können, und wie man sich am fremden Krankenbett verhält. Rund ein Jahr dauert die Vollausbildung. Der 16. Vorbereitungskurs wird im Juli starten.

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