Main-Kinzig

Starker Zuwachs an Grund- und Förderschulen

  • schließen

Das Schulamt spricht von einem guten und geregelten Start ins neue Schuljahr. Doch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beklagt teils erhebliche Personallücken.

An den Grund- und Förderschulen des Main-Kinzig-Kreises wird es in diesem Schuljahr enger: Gegenüber 2018 ist die Zahl der Grundschüler nach Angaben des Staatlichen Schulamtes um insgesamt 221, die der Förderschüler um 42 gestiegen. An den Grundschulen macht sich der Zuzug in den Kreis, vor allem nach Hanau, bemerkbar, sowie die gestiegene Geburtenrate. Ersteres gilt auch für die Förderschulen.

Hinzu kommt, dass die Bedingungen für Inklusion an den Regelschulen vielerorts nicht gut sind, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Elternvertreter kritisieren. Die integrierten Gesamtschulen, die wegen ihres breiten Spektrums geschätzt werden, verzeichnen ebenfalls Zuwachs, um 49 Schüler.

Susanne Meißner, kommissarische Leiterin des Schulamtes für den Main-Kinzig-Kreis, den mit 420 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Hessens, spricht von einem guten und geregelten Start ins Schuljahr für Schüler und Lehrer. Alle Planstellen seien besetzt. Die Gesamtzahl der Stellen wurde um gut acht auf 3415,7 erhöht. Gleichzeitig stieg die Zahl der Schüler von 50 771 auf nun 50 815. Die Schulanfänger beziffert das Amt auf 3743. Meißner zeigt sich zuversichtlich, ebenso wie Stellendezernent Joachim Pfannmüller: Es sei gelungen, die Situation an den Grund- und Förderschulen zu entspannen, etwa durch Abordnung von Lehrkräften an Schulen mit Personalbedarf und dadurch, dass schon im vergangenen Halbjahr neu eingestellt worden sei. Beide räumen aber ein, dass sich die Besetzung von Stellen teilweise verzögern kann und es Engpässe gibt, gerade an Grund-, Förder- sowie an beruflichen Schulen. Es mangele bundesweit an Bewerbern.

Wenn alle Planstellen besetzt sind, bedeutet das nicht, dass dies ausreicht und alle Stunden von examinierten Lehrern abgehalten werden, weil viele Lehrer in Elternzeit oder krank sind. Darauf weist Jörg Engels, einer der Vorsitzenden des GEW-Kreisverbandes Hanau, hin. Nähere Angaben zu den Lücken konnte das Schulamt auf Anfrage nicht machen. Bei dem Problem, dass nach wie vor mehrere Schulleiterstellen vakant sind, verwies es auf die Komplexität der Verfahren, bei denen zum Teil geklagt werde.

Engels beklagt, dass es im Schuljahr 2018/19 in erster Linie an Grund- und Förderschulen sowie beruflichen Schulen eine teils eklatante Diskrepanz zwischen dem Soll- und Ist-Zustand bei der tatsächlichen Besetzung gegeben habe, mit allen negativen Konsequenzen. Das könne man aber nicht nur dem Schulamt anlasten, das von den Vergaben des Landes Hessen abhängig sei. Engels und seine GEW-Kollegen verlangen eine bessere Bezahlung in den schlecht besetzten Schulformen.

Zudem fordert er für alle bessere Arbeits- und damit Bildungsbedingungen: Der Gymnasiallehrer macht darauf aufmerksam, dass Lehrer nach wie vor zu viele unterrichtsfremde Aufgaben erfüllen müssten und zu viel Bürokratie herrsche. Viele arbeiteten an der Belastungsgrenze oder hätten sie überschritten. Fortschritte seien auch bei der Digitalisierung dringend notwendig. So gebe es zwar Schulungen für Lehrer, aber oft keine geeignete Ausstattung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare