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Starke Fraktion, schwacher Ortsverein

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Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/Die Grünen © dpa

30 Jahre Grüne - doch wie geht es weiter? In Maintal hat die Partei kaum noch Mitstreiter - das stellt sie vor immer größere Probleme. Ob die Grünen bei der Kommunalwahl 2011 auftreten, ist noch offen.

Von Jörg Andersson

Die Grünen in Maintal haben zwei Gesichter. "Die Fraktionsarbeit läuft sehr gut", sagt Peter Arendt, Vorsitzender der vierköpfigen Gruppe, und verweist auf den jüngst mit der CDU und der FDP verabschiedeten Haushalt. Dieser lasse die Handschrift der Grünen erkennen, findet die Stadtverordnete Monika Vogel und nennt beispielhaft den Ausbau der Stadtbuslinien oder die Entwicklung bei den Kinderbetreuungseinrichtungen.

Der Bruch der Koalition mit der SPD habe neue Gestaltungsmöglichkeiten und Mehrheiten eröffnet. Arendt würdigt den "offenen Stil", und auch Heinz Hunn vom Kreisvorstand lobt die "Erfolgsgeschichte" einer aktiven und am Bürgerwillen orientierten Politik.

Die andere Seite der Medaille ist der Ortsverband. Der zählt zehn Mitglieder - "auf dem Papier", wie Arendt anfügt. De facto seien nur eine Handvoll Mitglieder, im Wesentlichen die Fraktion und Stadtrat Bernd-Gerald Stüber. Auftritte im gesellschaftlichen Leben der Stadt hat sich die kleine Kreis abschminken müssen. "Früher waren wir beim Stadtfest in Dörnigheim oder auf Weihnachtsmärkten dabei", erzählt Arendt. Doch seit sich keine Helfer mehr fänden, sei das vorbei.

Nichts symbolisiert den Zustand des Ortsvereins besser als die Frage nach dem Vorsitzenden. "Der letzte hieß Ludger Bär und ist vor einigen Jahren ausgetreten", erinnert sich Arendt.

Als am Mittwochabend im Bürgerhaus Hochstadt unter dem Motto "30 Jahre Grüne - Wie weiter?" über den Zustand und Perspektiven für die Kommunalwahl 2011 diskutiert wurde, kam auch die Frage nach dem Zeitpunkt neuer Vorstandswahlen. Arendt, seit 17 Jahren Stadtverordneter und fast ebenso lange Fraktionschef, macht sich darüber noch keine Gedanken.

Denn solange sich die personelle Basis nicht bessere, brauche man sich - ungeachtetet der Akzente in der Stadtpolitik- über eine Kandidatur im März 2011 erst gar keine Gedanken machen. Arendt: "Für eine Liste brauchen wir mindestens 20 Namen" - mithin doppelt so viel wie aktuell eingetragene Mitglieder.

Seit Mittwochabend hat sich die Stimmung unter Maintals Grünen zumindest etwas gebessert. Denn dem Aufruf, sich zu den Grünen zu bekennen, waren zumindest rund 20 Frauen und Männer gefolgt, darunter die Hälfte "neue Gesichter". Arendt wertet das als "erfreulichen Auftakt" in den Bemühungen, bis zum Sommer in weiteren Veranstaltungen den Kreis der Aktivisten zu vergrößern. Noch ist es "völlig offen, ob wir antreten", sagt der Fraktionschef-- auch aus der Erfahrung von 2006.

Neun Prozent der Wählerstimmen erzielten die Grünen damals, was für fünf Mandate inklusive Magistrat reichte. Auf der damals 20-köpfigen Liste findet sich niemand mehr, der die politische Arbeit weiter unterstützt.

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