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500 Euro spendete die IG Metall dem Frauenhaus anlässlich des Frauentags. (Symbolbild)
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500 Euro spendete die IG Metall dem Frauenhaus anlässlich des Frauentags. (Symbolbild)

Frauenhaus Hanau

Stadt kürzt Frauenhaus das Geld

Der städtische Sparzwang verstärkt den Druck auf das Hanauer Frauenhaus. Zukünftig wird der Zuschuss um 20 Prozent gekürzt. Die Institution, die derzeit 93 Frauen mit 103 Kindern Schutz bietet, ist verstärkt auf Spenden angewiesen.

Von Anne Lorenc

Die Schläge kommen immer von derselben Seite. Dem Frauenhaus in Hanau wird Zug um Zug der Geldhahn zugedreht. Im Jahr 2004 hat die Landesregierung alle Zuschüsse für die Zufluchtsstätten in Hessen gestrichen. Die Stadt Hanau muss wegen des finanziellen Rettungsschirmes ihren jährlichen Zuschuss von bisher 25.000 Euro in diesem Jahr um 20 Prozent kürzen.

Fundament für ein neues Leben

Bei einem Jahresbedarf von 315.000 Euro wieder eine Hiobsbotschaft mehr. Da helfen auch die 500 Euro nicht viel, die der Ortsvorstand der IG Metall Hanau-Fulda anlässlich des Frauentages gespendet hat. Das Frauenhaus mit seinen 24 Plätzen gehört nicht zu den Einrichtungen, die lange leer stehen. Wie Evelyn Wenzel-Ruprecht, eine der pädagogischen Mitarbeiterinnen vom Trägerverein „Frauen helfen Frauen“, sagt, ist es im Augenblick wieder voll belegt. Im vergangenen Jahr haben hier 93 Frauen mit 110 Kindern Schutz gesucht vor häuslicher Gewalt. Sie kamen aus Hanau, aber auch aus Kommunen des Altkreises. Sie standen am hellichten Tag vor der Tür oder mitten in der Nacht, oft körperlich und seelisch geschunden, immer verzweifelt. Sie wurden geschlagen, vergewaltigt, gedemütigt. Sie suchten Schutz, und sie bekamen ihn.

In Ausnahmefällen bleiben die Frauen nur einige Tage. Manche gehen zurück, manche werden in eine Einrichtung in einer anderen Stadt vermittelt, wo sie keine Angst haben müssen, beim Einkaufen ihrem Peiniger über den Weg zu laufen. Die meisten Betroffenen, sagt Wenzel-Ruprecht, blieben zwischen drei und sechs Monate. Im Extremfall („Das hatten wir bisher nur ein Mal“) dauere es ein Jahr, bis alle Formalitäten erledigt, eine Wohnung und eine Arbeitsstelle gefunden seien als Fundament für ein neues Leben auf eigenen Füßen. Parallel zu den praktischen Hilfen erhalten die Frauen professionelle Unterstützung bei der Behandlung der seelischen Wunden.

Es fehlt an Geld

Erst im vergangenen November hatte es eine landesweite Aktion „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“ gegeben. Apotheken hielten rote Zettel mit Informationen und Notrufnummern bereit und wollten sie an Kundinnen ausgeben, die Spuren von typischen Verletzungen trugen. Eine der ersten Kommunen im Kreis war Maintal, die mit der Aktion begann. Ob es jemandem geholfen hat? Niemand weiß das. Anne Denecke, die rührige Frauenbeauftragte der Stadt, verweist auf die Ausgabestellen. Christa Winter, die Organisatorin und Frauenbeauftragte in Marburg, verweist an die Apothekerkammer. Deren Sprecherin Kirsten Müller-Kuhl kann nur darauf hoffen, dass die Aktion wirksam war und es weiter ist: „In einigen Apotheken werden sicherlich noch solche Zettel ausliegen.“

Nachweisbar ist lediglich der Erfolg der praktischen Hilfe. Aber dafür fehlt es am Geld. „Wir warten auf eine Botschaft aus Wiesbaden“, sagt Evelyn Wenzel-Ruprecht. Sie hofft, dass die neue Landesregierung die Zuschüsse wieder fließen lässt. Eine Antwort des Sozialministeriums war gestern nicht zu bekommen. Seit Jahren ist der Trägerverein auf Spenden, Sponsoren und Aktionen wie den Hanauer Stadtlauf angewiesen, die zurzeit mehr benötigt werden denn je.

Frauenwoche: In der Stadtrallye zu Beratungsstellen ist am heutigen Dienstag, 11. März, die Beratungsstelle des Vereins „Frauen helfen Frauen“ das Ziel. Die Räume in der Eberhardstraße 3 sind von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet.

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