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Wahrscheinlich zeigt die Aufnahme Johann Wilhelm Merz und seine Frau Margarete. Der Soldat aus Eichen kehrte 1918 zurück.
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Wahrscheinlich zeigt die Aufnahme Johann Wilhelm Merz und seine Frau Margarete. Der Soldat aus Eichen kehrte 1918 zurück.

Main-Kinzig Projekt Erster Weltkrieg

Spuren des "Großen Krieges"

  • Uta Grossmann
    VonUta Grossmann
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Das Projekt "Hessischer Gemeinden im Ersten Weltkrieg" untersucht ein wissenschaftlich weitgehend unerforschtes Thema: Wie hat sich der Erste Weltkrieg auf die ländliche Region des heutigen Main-Kinzig-Kreises ausgewirkt?

Philipp Heinrich Baumann war jung verheiratet und hatte ein kleines Kind, als er an der Front verwundet wurde und am Totensonntag 1915 im ungarischen Feldlazarett in Weißkirchen an einer Blutvergiftung starb. Ein Tod unter vielen, die der „Große Krieg“ forderte, wie der Erste Weltkrieg damals genannt wurde. Vom Schicksal des jungen Mannes wissen wir durch eine Predigt, die Pfarrer Karl Wilhelm Castendyck „ zu Ehren des gefallenen Soldaten“ hielt.

Castendyck war von 1914 bis 1939 Pfarrer in Eichen und Erbstadt, zwei Gemeinden, die heute zu Nidderau gehören. Er schrieb eine umfangreiche Chronik, die Jürgen Müller gerade transkribiert. Müller ist Professor für Neuere Geschichte an der Frankfurter Goethe-Universität und leitet das Projekt „Hessische Landgemeinden im Ersten Weltkrieg“. Es erforscht ein wissenschaftlich weitgehend unerforschtes Thema: Wie sich der Erste Weltkrieg auf die ländliche Region des heutigen Main-Kinzig-Kreises auswirkte.

Nächstes Jahr, genau hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, werden die Forschungsergebnisse in der Aula der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau-Heldenbergen präsentiert. Eröffnet wird die Ausstellung am 3. Oktober 2014.

Wie wirkte sich der Krieg auf die dörfliche Wirtschaft aus? Wie veränderte er das Leben? Wie wurde mit Kriegsgefangenen umgegangen, welche Rolle spielten Kirchen und Pfarrer? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, recherchieren die Forscher in Archiven, Kirchenchroniken, Nachlässen und alten Zeitungsbänden. Sie suchen Feldpostbriefe, private Aufzeichnungen, Fotos, Film- und Tonaufnahmen, persönliche Gegenstände und Erinnerungen an Vorfahren, die die Zeit in den Dörfern der Region erlebt haben. Wer Exponate ausleihen kann, findet auf der Homepage www.landgemeinden-im-weltkrieg.de Ansprechpartner.

Katja Alt ist Studentin von Professor Müller und wird ihre Examensarbeit zu dem Thema schreiben. „Wir suchen Erfahrungen und Erinnerungen der Menschen in den Landgemeinden der Region, denn deren Alltag im Krieg ist wissenschaftlich kaum erforscht“, sagt sie.

Viele Mitwirkende

Träger des Projekts ist der Heimat- und Geschichtsverein Ostheim. Die Idee hatte Pfarrer Otto Löber aus Nidderau, nachdem er die Kriegsschauplätze in Frankreich besucht hatte. Im August startete das Forschungsunternehmen. Weitere Mitwirkende sind das Zentrum für Regionalgeschichte in Gelnhausen, die Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau, die Stadt Nidderau, der Cantemus Kammerchor Nidderau-Ostheim, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Hessen, der Kirchenkreis Hanau-Land, einzelne Kirchengemeinden wie Eichen-Erbstadt, Ostheim und Windecken und die Bildungspartner Main-Kinzig. Die Heimat- und Geschichtsvereine des Main-Kinzig-Kreises sind herzlich eingeladen, sich einzubringen.

Schirmherren sind Landrat Erich Pipa und Dekan Martin Lückhoff vom Kirchenkreis Hanau-Land. Die Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen, die Stiftung der Sparkasse Hanau, die VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, der Kirchenkreis Hanau-Land und private Sponsoren fördern das Projekt finanziell.

Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule beteiligen sich an der Gestaltung eines Raumes in der Ausstellung zu Bertha von Suttner und der Friedensbewegung.

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